50 Prozent der Suizide fallen in Rödermark auf die Altersgruppe der über 60-Jährigen

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Eine Anfrage der SPD Abgeordneten Ulrike Alex im hessischen Landtag ergab, dass 46 Prozent der Suizide auf die Altersgruppe der über 60-Jährigen entfallen. Die SPD in Rödermark wollte wissen ob dies auch für Rödermark gilt und stellte einen Anfrage an den Magistrat. Das Ergebnis: In Rödermark fallen rund 50 Prozent der Suizide auf die Altersgruppe der über 60-Jährigen.

Im Jahr 2015[1] wurden 772 Suizide in Hessen als Todesursache nachgewiesen. Das ist die Größenordnung, die auch in den letzten vier Jahren zu verzeichnen war.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Statistik zeigt: Suizide werden mehr von Männern (im Durchschnitt 2012 bis 2015: 74 %) als von Frauen (26 %) begangen. Dieser Geschlechterunterschied bei den Suiziden ist schon lange bekannt und in der Diskussion.

Suizide in Deutschland

Altersgruppenspezifische Unterschiede

Was bisher wenig in der öffentlichen Debatte eine Rolle spielte ist, dass es 2015 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) 357 Suizide in Hessen im Alter ab 60 Jahren gab, das waren 46 % der Suizide. Auch dabei war die Quote der männlichen Verstorbenen (73 %) höher als die der weiblichen Verstorbenen (27 %). 108 Suizide sind im Jahr 2015 für Verstorbene im Alter ab 80 Jahren registriert worden, auch in dieser Altersgruppe überwogen die Suizide von Männern (80 %). Die Suizide der Verstorbenen im Alter ab 80 Jahren haben aktuell einen Anteil von 14 % an allen Suiziden. Die Anzahl und auch die Anteile sind in den letzten Jahren relativ konstant.

„In Hessen gibt es kein Konzept für die Suizidprävention im Alter“, kritisiert die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ulrike Alex. Dabei könne eine Anlaufstelle mit niederschwelliger Beratung gefährdeten Menschen und ihren Angehörigen helfen, Lebenskrisen zu überwinden und auch im hohen Alter ein erfülltes Leben zu führen.

Situation in Rödermark ähnlich

„Wir habe die Ergebnisse der Anfrage im hessischen Landtag zum Anlass genommen um beim Magistrat nachzufragen ob sich die Erhebungen auch auf Rödermark übertragen lassen.“ – teilte uns der Fraktionsvorsitzende Samuel Diekmann mit. „Die Antworten des Magistrates bestätigen leider die Erkenntnisse sowohl bei den Geschlechts.-, als Altersgruppenspezifischen Unterschiede: Nur 2 von 9 Selbsttötungen wurden von Frauen begannen, der Anteil der Suizide in der Altersgruppe der über 60-Jährigen lag dabei bei 50%.“ – so Diekmann.

Auf Anfrage der SPD Fraktion, habe die Stadt bisher kein eigenes Suizidpräventionskonzept, die Fachabteilung Senioren und Sozialer Dienst reagierten aber, wenn es Hinweise auf soziale und/oder psychische Probleme bei Rödermärker Bürgern gebe, sollte eine psychische Störung vorliegen und würde zudem der Fachdienst Sozialpsychiatrische Dienst Offenbach eingeschaltet. Kreisweit würde die Suizidrate im Landkreis Offenbach unter dem hessischen Durchschnitt liegen.

„Wir hoffen, dass mit unserer Anfrage auch ein wenig mehr für die Risikogruppe der über 60 Jährigen sensibilisiert werden kann. Nicht nur die Fachabteilungen, sondern auch Familien und Nachbarn sind hier gefordert. Wir dürfen diese Menschen nicht alleine lassen, sie gehören zu unserer Stadt und haben unsere Aufmerksamkeit und Fürsorge verdient.“ – so Diekmann abschließend.


[1] Für das Jahr 2016 liegen in Hessen und Rödermark noch keine Zahlen vor.


       

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