Agenda 2023 – Erholen und Wohnen

Lesedauer ca. 7 Minuten

Was ich in meiner Agenda 2023 angerissen habe möchte ich Ihnen im Folgenden detailliert ausführen und Sie für meine Vision begeistern.

Naturschutz, Nahverkehr, Mehreinnahmen für unsere Stadt, alte und neue Stadtplanungen sind nur einige Stichwörter hierzu. Alle folgenden Überlegungen sind durchdacht, mit vielen Experten diskutiert und berücksichtigen sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte. Gleichzeitig lässt mein Plan aber auch noch Gestaltungsspielraum für Vorschläge und weitere Entwicklungen.

Gehen wir es gemeinsam an und entwickeln unsere Stadt weiter.

Wachstum als Chance!

BEVÖLKERUNGSZUWACHS IM KREIS OFFENBACH

Ein prognostizierter Bevölkerungszuwachs von 24.000 Einwohner für den Kreis Offenbach bis zum Jahr 2030 lässt zur Zeit alle politischen Entscheider aufhorchen. Laut Regionalverband fehlen uns in Rödermark als Stadt auf der Basis der neuen Prognose bis 2030 anteilmäßig 1.871 Wohnungen. Ein solcher Zuwachs ist  mit den noch vorhandenen Bauflächen nicht zu schaffen!

BREXIT UND RHEIN-MAIN

„Frankfurt hofft auf seine Jahrhundertchance: den Zuzug Tausender Investmentprofis aus London.“[1] – so liest man in der Fachpresse. Die Hessen Agentur, die Wirtschaftsförderung Frankfurt, die regionale Rhein Main GmbH sowie die Finanzplatzinitiative Main Finance rühren kräftig die Werbetrommel und haben sowohl eine Hotline, als auch eine eigene Homepage eingerichtet (welcometofrm.com). In London gibt es 400.0000 Finanzjobs (114.000 davon bei Banken). Wechselt nur jeder Zehnte in die Rhein Main Region wäre das ein enormer Zuwachs.


Werbevideo um Menschen vom „BREXODUS“ nach Frankfurt zu locken.


Das Modell „im Grünen wohnen“ und in Frankfurt arbeiten könnte dabei für manche zuwanderende Familie interessant sein. Rödermark könnte sich sehr schnell mit einem eigenen Angebot hervorragend präsentieren und bewerben. Neben unserem ausgezeichneten Wohnort im Grünen und den guten Verkersanbindungen könnten auch im Bildungsbereich vorhandene  mehrsprachige Angebote weiter ausgebaut werden. Die  Oswald-von-Nell-Breuning-Schule bietet als Europaschule ein bewährtes bilinguales  Sprachenkonzept mit Abiturprüfungen in Sachfächern auf Englisch sowie Zertifikate wie DELF, DELLE, das Cambridge Certificate und das Zertifikat Certilingua. Neben diesem bereits exzellenten Sprachangebot unserer Europaschule  könnten wir auch eine zweisprachige  KITA Gruppe (Englisch/ Deutsch) implementieren,  ggf. mit Hilfe der Grundschulen ein durchgehendes bilinguales Angebot schaffen bis Abitur und so unsere Attraktivität ebenfalls erhöhen. Nicht nur für direkt Zuwandernde, sondern auch für Menschen, die nicht in der sich verdichtenden Großstadt Frankfurt wohnen, könnten wir sicher ein sehr interessanter Standort sein.

Aber zunächst einmal gehört sicherlich die wichtige Frage gestellt ob wir überhaupt wachsen wollen. Es ist sicherlich eine legitime Position zu sagen, dass man von diesem Wachstum als Stadt nicht profitieren möchte und alles beim Alten lassen will.

Gutes muss erhalten werden! Aber um Gutes erhalten zu können, muss man hier und da auch Veränderungen wagen – diese allgemein gültige  Erkenntnis setzt sich mehr und mehr auch in der Kommunalpolitik durch.

Welche Vorteile hätten wir davon,  wenn wir dem vorhandenen und entstehenden  Siedlungsdruck in unserer Region folgen und als Stadt quantitativ wachsen würden?

MEHRWERT  EINNAHMEN

Ja, ja das liebe Geld… – aber ein wichtiges Argument. Rödermark ist Rettungsschirmkommune und neben der nötigen Konsolidierung auch langfristig auf ein Mehr an Einnahmen, die sich NICHT aus Steuererhöhungen ergeben, angewiesen. Die Verkäufe von städtischen Baugrundstücken waren seit Jahren eine wichtige Einnahmequelle für unsere Stadt.

Aber ein solches  Vorgehen ist keine Lösung für die Zukunft. Zum einen ist der Besitz der Stadt endlich, zum anderen dürfen nicht alle Flächen verkauft werden, zur Stadtentwicklung sind auch Tauschflächen nötig oder es müssten hierzu Flächen gekauft werden. Außerdem  lohnen sich wegen des großem Aufwands und  der  Kosten Erschließungen neuer Baugebiete erst ab einer Größe von ca 3 ha. Solche  Flächen sind  bei Lückenerschließungen jedoch oft nicht gegeben.

Durch einen Zuwachs der Bevölkerung erhielte die Stadt auch erhöhte Steuereinnahmen aus  Grundsteuer B und Anteilen der Lohnsteuer ohne dass hiermit ein gleich hoher Aufwand entstehen muss.

Kurz gesagt: Ein quantitatives Wachstum könnte uns die nötigen finanziellen Mittel geben mit denen wir langfristig die  Qualität unserer Stadt  halten und unter Umständen auch  steigern können.

MEHRWERT NATUR & NAHERHOLUNG

Es ist von größter Bedeutung, dass die natürliche Lebensqualität unsrer Stadt erhalten wird.

Deshalb muss jede neue Wohnfläche, die nicht im derzeit gültigen Bebauungsplan enthalten ist, durch Tausch mit Flächen im Bebauungsplan und/ oder durch zusätzliche Flächen mit Naturschutzauflagen ausgeglichen und diese entsprechend rechtlich geschützt werden.

Mit diesen Maßnahmen können wir Flächen langfristig, ggf über rechtliche Vorgaben hinaus,  für unsere Lebensqualität und den Naturschutz sichern. Für mich gehören zu diesen schützenswerten Flächen das Naturschutzgebiet zwischen Urberach und westlich des  Rödermarkrings, die Frischluftschneise westlich des Rödermarkringes und die Rodau zwischen Urberach und Ober-Roden. Diese Flächen müssen wir für unsere Kinder langfristig sichern. Genau  das möchte ich tun (siehe eingetragene Fläche in Form eines grünen Kreuzes auf der Karte).

Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Meine Deffinition der „Grüne Mitte“ Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Schützen bedeutet für mich auch Pflegen. Beispielsweise war in der ursprünglichen Planung bei dem Projekt „Grüne Mitte“ nicht nur konzipiert, die Rodau wieder in ihren alten Bachlauf zu führen sondern es war auch an  Naherholungsflächen mit Spiel- und Verweilgelegenheiten für Kinder und Familien gedacht. Auch ein Cafe und  eine Hundewiese waren geplant, der neue Stadtpark war darauf ausgelegt, jährlich viele Besucher anzulocken. Davon ist heute leider  wenig übrig geblieben.

Ich bin nach wie vor von dieser Idee fasziniert und die neuen Gegebenheiten machen diese Überlegungen wieder möglich.

Konzept von Dr. Ing. Frank Volg (2004)

Konzept von Dr. Ing. Frank Volg (2004)

Das Konzept von Dr. Ing. Frank Volg (2004) stellt dabei eine maximal mögliche Nutzung der Rodauaue vor, es ist aber sicherlich auch eine abgespecktere Variante möglich. Der Kern ist für mich dabei das feste Vorhaben, die Rodau zwischen Urberach und Ober-Roden weiterhin in ihren alten Bauchlauf zurück zu führen. Damit wird ein Teil der Natur zurückgegeben und ein weiteren Teil den Bürgerinnen und Bürgern mit Stadtparkcharakter zur Verfügung  gestellt.

WO WOLLEN WIR BAUEN?

Ich möchte mich der neuen Prognose des Regionalverband, bis 2030 ggf. anteilig 1.871 Wohnungen in Rödermark schaffen zu können, stellen und sehe das als eine Chance, unsere Stadt spürbar weiterzuentwickeln und voran zu bringen. Insgesamt wäre dafür eine Fläche von ca. 50 ha bei einer Bebauung mit Reihenhäusern, Doppelhaushälften und kleinen Mehrfamilienhäusern nötig. Die aktuellen Reserven unserer Stadt liegen laut Regionalverband bei ca. 20 ha, sprich rund 30 ha fehlen uns bis 2030. Wo also bauen wir? Mit welchen Vorschlägen können wir mit dem Regionalverband verhandeln,  um weitere Flächen zur Bebauung  genehmigt zu bekommen?

Hinweis: Es ist ein offenes Geheimnis, dass aktuell auch bei dem Korsett des Regionalen Flächennutzungsplan (RegFNP) nachverhandelt werden kann! Wir brauchen einen Bürgermeister, der genau das tut!

„Da die Nachfrage nach Wohnungen gerade hier besonders hoch ist, müssen wir neue Flächen aktivieren. Hinsichtlich des zukünftigen Flächenbedarfs sind die Kommunen somit sehr differenziert zu bewerten… Das Potenzial ist ja da. Wir haben uns vorgenommen, mit unseren Verbandskommunen zu sprechen, und wollen ihnen dabei behilflich sein, eventuelle Hemmnisse für weitere Bebauungen aus dem Weg zu räumen.“(Thomas Horn, CDU, Beigeordnete des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain)

Ich schlage einen radikalen Weg vor. Lassen Sie uns nicht im Klein/Klein denken und bleiben, sondern mutig sein und Neues wagen – die Zeit dafür ist reif! In aller Kürze möchte ich bestehende Flächen im Bebauungsplan zurückgeben (bzw. tauschen), dafür an anderer Stelle Flächen erschließen und mich für einige zusätzliche Hektar Erschließungsflächen einsetzen! Mit einem überzeugenden Konzept und Verhandlungsgeschick ist das keine unmögliche Aufgabe.

Auf der Karte unten sehen Sie alle aktuell uns als Stadt noch zum Wohnraum zur Verfügung stehenden Flächen. Ich meine: Alle diese Flächen sollten neu überprüft werden!

Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

ÖKOLOGISCHE BEWERTUNG AKTUELLER BAUGEBIETE

Bei dem Thema Bauen und Wohnen können wir uns nicht einfach nur von dem  vermeintlich einfach   Machbaren leiten lassen, sondern müssen auch dem Umweltschutz gebührenden Raum geben. Bewerten wir also die aktuell im Flächennutzungsplan befindlichen Bauflächen aus ökologischer Sicht, dann stellen wir fest: mindestens eines dieser potentiellen Baugebiete greift unmittelbar in eine der Flächen ein, die ich langfristig schützen möchte (siehe Karte unten).

ICH WILL KEIN BAUGEBIET IN DER GRÜNEN MITTE Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

ICH WILL KEIN BAUGEBIET IN DER GRÜNEN MITTE
Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Die ökologische Bewertung unseres Flächennutzungsplanes ist damit aber nicht abgeschlossen. Ein ganz neues Licht auf diese Betrachtung wirft beispielsweise auch der Nahverkehrsplan der KVG Offenbach (siehe Karte unten).

Nahverkehrsplan der KVG Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Nahverkehrsplan der KVG
Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Alle Gebiete, die sich außerhalb des Radius um den Bahnhof Urberach und Ober-Roden befinden machen für den Nahverkehr aus ökologischer Sicht wenig Sinn und schließen sich damit als Entwicklungsgebiete für mich ebenfalls aus! Dem Radius um den Ober-Rodener Bahnhof ist dabei besondere Aufmerksamkeit zu widmen, denn hier sind sowohl die Dreieichbahn, als auch die S-Bahn gut ohne Auto zu erreichen. Wenn wir Pendlern einen attraktiven Wohnort bieten wollen – von dem aus sie ihren Arbeitsplatz schnell via Bahn erreichen und so ihr Auto dafür stehen lassen können -, dann muss sich unsere Planung auf genau dieses Gebiet fokussieren.

MEIN PLAN FÜR EIN NEUES BAUGEBIET

Auf der folgenden Karte habe ich Ihnen meinen Vorschlag für solche neuen Baugebiete in hellblauer Farbe eingezeichnet. Es greift weder in die Frischluftschneise und die Naturschutzgebiete westlich des Rödermarkringes und  der Rodau ein und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ober-Rodener Bahnhof – ein Vorschlag der ökologischen Vernunft. Des weiteren liegen beide Baugebiete fußläufig zur Rodau und sind damit attraktive Wohn- und Naherholungsräume.

 Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Mein Vorschlag für neuen Baugebiete Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

WIE KÖNNTE DIESES NEUE BAUGEBEIT AUSSEHEN.

Experten wissen, dass bei einem Bevölkerungszuwachs ohne entsprechende sozialpolitische begründete bauliche Maßnahmen die Mieten stark ansteigen können. Die Folge: viele ältere Menschen, junge Familien und Singles können sich diese Kosten nicht mehr leisten. Das möchte ich verhindern und frühzeitig gegensteuern.

Ich werde mich intensiv dafür einsetzen, dass mehr bezahlbarer Wohnraum in Rödermark geschaffen wird. Eine Stadt wie Rödermark, die unter dem hessischen Rettungsschirm steht, hat derzeit nur begrenzte Investitionsmöglichkeiten. Dies darf aber keine Ausrede dafür sein, nicht frühzeitig zu reagieren bzw. zu agieren! Daher habe ich ganz konkret bereits jetzt mit einigen potentiellen Investoren Kontakt aufgenommen. Eine Stiftung ist bereit, mit uns attraktiven und sozialen Wohnungsraum zu schaffen. Alles was wir dafür benötigen ist der politische Wille es zu tun und eine entsprechende Fläche bereitzustellen.

Selbstverständlich ist bezahlbarer Wohnraum nur ein Teilaspekt, wir brauchen  einen guten Mix an gehobenen, wie auch sozialem Wohnraum. Des weiteren ist auch ein kleiner „Fahrradstadtteil“ in Nähe zum Bahnhof denkbar. Zusätzliche Tiefgaragenplätze könnten ein solches Konzept auch bei uns attraktiv werden lassen.

WOHNEN MIT ANSCHLUSS AM STADTPARK…

Das erwähnte Konzept von Dr. Ing. Frank Volg (2004) sah auch eine eigene Unterführung zum neuen Stadtpark vor – auch diesen Gedanken will ich wieder aufgreifen. Die neu geschaffenen Wohngebiete lägen in unmittelbarer Nähe zu der neuen Begegnungsstätte – diese Baugebiete strahlten im Kreis Offenbach und dem gesamten Rhein Maingebiet eine besondere Attraktivität aus  und ließen sich sicher gut vermarkten.

Meine Überlegungen möchten Rödermark zukunftssicher machen, unsere Einnahmen steigern sowie Naherholungsgebiete und Naturschutz sichern. Ich hoffe, meine Vorstellungen lösen bei Ihnen dieselbe Begeisterung für eine gemeinsame Zukunftsversion wie bei mir aus.

Wenn nicht jetzt, wann dann?


Diekmanns Wahlprogramm sehen Sie HIER.


[1] https://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/brexit-banker-hoert-die-signale-a-1112503.html

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