Das Kreuz mit der Grünen Mitte. Diekmann widerspricht Gerüchten.

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(Rödermark) Nachdem Bürgermeisterkandidat Samuel Diekmann erste Ideen zu seinen Plan zur neuen „Rödermarker Mitte“ vorstellte, ist eine Diskussion zur Definition der „Grünen Mitte“ ausgebrochen.  

Karl Schäfer (AL/Grüne) erteilte bei der Vorstellung seines Wahlprogrammes bei den Freien Wählern jeweiligen Bauvorhaben wie es Diekmann vorsieht eine klare Absage. Auch der Kandidat Tobias Kruger (FDP) lud stattdessen bei seiner Sommerfahrradtour zu einem anderen potenzielle Baugebiet südwestlich der Kinzigstraße und sieht in der Grünen Mitte bestenfalls potential zum Flächentausch. Der Kandidat der Sozialdemokraten stellt die Definition des Begriffes aber zunächst grundsätzlich zur Diskussion.

Diekmann: „Ich will die Grüne Mitte langfristig schützen!“

„Die Grüne Mitte soll und muss erhalten werden. Diesen Satz stimme ich 100%ig zu! Ja, ich will die Grüne Mitte sogar durch entsprechende Ausgleichsflächen dauerhaft schützen!“ – so Diekmann und weiter „Aber wir müssen eben auch darüber reden, was wir unter der Grüne Mitte verstehen.“

Bereits 2010 ein Zankapfel

Die „Grüne Mitte“ ist ein von der AL vor Jahren geprägter Begriff. Bereits 2010 diskutierten die Rödermarker Politik ein 20 Hektar großes Gewerbegebiet westlich der Marienstraße genauso wie eine alternative Gewerbefläche an der Albert-Einstein-Straße. Damals setzten sich die Grünen erfolgreich für einen Flächennutzungsplanes (FNP) ein, der diese Überlegungen verhinderte. „Damit wurden praktisch alle wichtigen Anregungen und Argumente der AL in den Entwicklungsplan für die Region übernommen“, lobte damals der Fraktionsvorsitzender Stefan Gerl das Papier. Und Heute?

Im Stadtgebiet fehlende Bauflächen und ein prognostizierte Bevölkerungszuwachs von 24.000 Einwohner für den Kreis Offenbach bis zum Jahr 2030 lässt den alten Streit wieder aufflammen. Laut Regionalverband fehlen bis 2030 1.871 Wohnungen in Rödermark. Dieser Bedarf scheint mit den aktuellen noch zur Verfügung stehenden Flächen nicht zu schaffen – hier möchte Diekmann nachverhandeln.

Widersprüchliche Umgang mit der Grünen Mitte

Das eine, wie von Diekmann angestoßene Definition der Grünen Mitte, zwingend notwendig ist zeigt auch die jüngst zur Abstimmung vorgelegten Vorlage  „Angedachte Gebietsentwicklung südlich des alten Seewegs an der Mainzer Straße“. Auch diese Bodenbevorratungsvereinbarung zwischen der Stadt Rödermark und der Hessischen Landgesellschaft mbH (Gebiet in Karte unten rot eingefärbt) greift eigentlich in die Tabuzone ein (das trifft auch auf das Bauvorhaben an der Kapellenstraße zu).

Angedachte Gebietsentwicklung südlich des alten Seewegs an der Mainzer Straße

Angedachte Gebietsentwicklung südlich des alten Seewegs an der Mainzer Straße

Auf seiner Facebookseite schreibt Karl Schäfer (AL): „Die Grüne Mitte zwischen Ober-Roden und Urberach ist unantastbar […]. Statt Träumen nach einer teilweisen Wohn- oder Gewerbeansiedelung nachzusinnen, muss die Grüne Mitte in ihrer Substanz bewahrt […]. werden.“ Trotzdem sieht das beschriebene Projekt an der Mainzer Straße, das nicht zuletzt von der AL/ die Grünen vorangetrieben wird, dabei sowohl eine gewerbliche-, als auch wohnliche Bebauungsvorhaben vor. Alle Fraktionen werden der Vorlage wohl zustimmen.

Grüne Mitte – „…nicht zwingend alles östlich des Rödermarkrings…“

„Wir liegen dabei gar nicht so weit auseinander!“ – kommentiert Diekmann den widersprüchliche Umgang seiner Kollegen mit der Grünen Mitte. „Die Vorlage sieht vor östlich des Rödermarksring etwas zu entwickeln – nichts anderes möchte ich. Nur meine ich, dass wir dabei nicht im Klein/Klein bleiben sollten, sondern einen größeren Wurf wagen müssten. Nur dann können wir den zukünftigen Herausforderungen gewachsen sein. Jedes neu erschlossene Bauland wird uns jedenfalls schon heute buchstäblich aus den Händen gerissen, die Nachfrage ist bereits jetzt schon riesig. Wäre man 2010 mutiger gewesen, dann hätten wir die Probleme die wir jetzt haben nicht! Zur sogenannten Grüne Mitte gehört für mich nicht zwingend alles östlich des Rödermarkrings/ B459. Ich möchte, dass selbige nicht einfach nur undefiniertes Brachland, sondern gepflegte Fläche aus Frischluftschneise und neuem Stadtpark wird. Auch dass die Rodau weiter in ihren, alten, natürlichen Verlauf gebracht wird gehört zu meinem Plan. Das ganze könnte Rödermarks neue Mitte in Form eines grünen Kreuzes werden. Den Rest dürfen will ich aber nicht kategorisch aus unseren baulichen Überlegungen verbannen.“ – so Samuel Diekmann.

Diekmanns Deffinition der "Grünen Mitte"

Diekmanns Deffinition der „Grünen Mitte“ – selbige will er dauerhaft schützen

Das Wettrennen um das Rathaus wird sich auch an der Frage der Definition der Grünen Mitte entscheiden. Und gerade hier gehen die Positionen der Kandidaten bisher weit auseinander. Diekmann möchte mit interessierte Bürger in den nächsten Monaten auch über diese Fragen ins Gespräch kommen. „Wie genau wir das machen, werden wir in Zukunftswerkstädten zusammen mit dem Bürger entwickeln – so etwas geht nur zusammen.“ – verspricht Samuel Diekmann


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