Faktencheck: Weihnachten

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Es Weihnachtet sehr und wir pflegen wieder unsere Traditionen. Traditionen sind – so sagte es Thomas Morus – das weitergeben von Feuer und nicht die Anbetung ihrer Asche! Worum geht es also bei Weihnachten? Was ist das Feuer von Weihnachten? Wo beten wir nur seine Asche an? Worum geht es bei unseren Weihnachtstraditionen?

Traditionen verteidigen?!

Manch einer hat diese Frage noch gar nicht richtig geklärt und geht schon auf die Barrikaden und sieht sich dazu Berufen das christliche Abendland mit seinen Weihnachtstraditionen zu verteidigen… und so gaaaanz abwegig ist das nicht:

Schon die Nationalsozialisten versuchten Weihnachten abzuschaffen, bzw. neu umzudeuten, aber bissen sich an Weihnachten die Zähne aus. Trotzig, doch vergeblich wurde Weihnachten zum „Fest der Kinder“ herabgestuft, an dem der „Lichterbaum“ zu brennen habe und der Kranz mit seinen „vier roten Wünschelichtern“. Statt des heiligen Nikolaus kam der „Sunnwendmann“ mit „gar köstlichen Gaben für Mädchen und Knaben“ […]. Die Krippe sollte zugunsten eines „Weihnachtsgärtchens“ entsorgt werden.[1]

Ja, die Diktatoren und Tyrannen hatten immer schon ein Problem mit diesem Fest! Als „geflügelte Jahresendzeitfiguren“ bezeichnete man beispielsweise in der DDR die Weihnachtsengel, von diesen Umdeutungsbeispielen könnte man viel aus der Gesichte lernen, aber…

In Nordrhein-Westfalen wollten beispielsweise die LINKE den Martinstag in “Sonne-Mond-und-Sterne-Fest” umbenennen. Aber auch bei uns in Rödermark spricht man bereits von “Lichterfest”. In Solingen gibt es statt Weihnachtsbeleuchtung das “Winterlicht”. Berlin hat jetzt in diesem Jahr ebenfalls seinen Weinachtsmarkt in das “Winterfeste”, als “Familienevent” umtikettiert.

Begründung wird diese Umtikettierung meist mit einer Befürchteten Diskriminierung von nichtchristlichen – meist muslimischen – Mitbürgern. Aber was sagt der Zentralrat der Muslime selbst dazu?

Das Leben von St. Martin ist doch geradezu vorbildlich, auch für Muslime.” (Aiman Mazyek, Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland)

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln, dass macheiner trotzdem aus was für Gründen auch immer wieder diese Traditionen umdeuten will: Eine Zweidrittelmehrheit (67%) der Deutschen lehnen eine Umbenennung von weihnachtsbezogenen Begriffen ab. Dies kam unteranderem bei einer Umfrage von BILD am Sontag heraus.

Danach hal­ten nur 30 % der Bun­des­bür­ger die Namens­än­de­rung für rich­tig. Am deut­lichs­ten ist die Ableh­nung mit 75 % bei den SPD-Anhängern, bei den Anhän­gern der christ­li­chen Uni­ons­par­teien spre­chen sich nur 70 % gegen eine Namens­än­de­rung aus.[2]

Was die wenigsten aber wissen ist, dass auch wir Christen vieles an unseren eigenen Festen umdeuten und andichten. Lasst uns deswegen einmal einen kleinen, stichpunktartigen Facktencheck rund um die Weihnachtszeit machen.

 

Sankt Martinsumzug am 11. November

Am 11. November gedenken wir Sankt Martin und dabei vor allem seiner guten Tat, dass er einen Mantel mit einem Armen im Winter geteilt hatte. Sankt Martin ist in unseren Augen dabei ein bärtiger, alter und sehr milder – pazifistischer – Mann: DAS IST FALSCH.

Ab 334 war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert […]. Und genau in dieser Zeit teilte Martin als junger Soldat seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Teile und gab es einen armen, frierenden Mann im Winter.[3]

… uff hast Du das gewusst? Weiter verehren wir diese Tat eines ‘Heiligen’, als besonders edelmütig und vorbildlich, aber die Bibel selbst fordert dieses Handeln nicht nur von besonders berufenen, heiligen Männern Gottes, sondern von jedem Gläubigen. Das Neue Testament sagt jeden von uns:

Wer zwei Hemden hat, soll dem eins geben, der keins besitzt. Und wer etwas zu essen hat, soll seine Mahlzeit mit Hungrigen teilen. (LK3,11)

Und Jesus erinnert uns alle daran:

Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt25,35–40)

Ich liebe die Tradition zusammen mit den Kindern einen Laternenumzug zu machen, Lieder zu singen usw. Aber warum gehen wir eigentlich nicht an unseren Kleiderschrank und suchen alle 2. Jacken, Hosen, Hemden, Pullover usw. heraus und schenken die zB. einem Obdachlosen oder Asylbewerber? Das wäre doch eigentlich ein viel bessere Tradition oder?

Nicolausfest am 6. Dezember

Am 6. Dezember feiern wir dann das Nikolausfest. Ein Fest an dem wir uns an die guten Taten des Nikolauses erinnern, der armen Kindern Geschenke vor die Tür stellte. Aus diesem Grund beschenken wir heute unsere Kinder indem wir nächtlich Schuhe und Stiefel mit Süßigkeiten befühlen.

Der Nicolaus war ein wirklich christlicher Mann, ein echtes Vorbild, aber einen unterschlagenen Fackt finde ich gerade zu tragisch. Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs, heute der Türkei![4]

Der Nicolaus war ein Türke! Tatsächlich habe ich noch nie etwas zB. von der Kanzel oder in unseren Bräuchen gehört oder gesehen, die diesen Aspekt herausstellen. Wäre das nicht eine riesige Change am Nikolaustag zum türkischen Nachbarn rüber zu gehen und ihn zu beschenken und wenn er fragt warum und wofür das wäre, dann erzählt man die Geschichte von seinem Landsmann?

Heilig Abend 24. Dezember

Kommen wir aber zum eigentlichen Weihnachtshöhepunkt. Ist Jesus am 24. Dezember geboren? NEIN!

Viel wahrscheinlich ist der März als Geburtsmonat von Jesus. Die frühe Kirche deutete aber den 25 Dezember (den Geburtstag des Iranischen Geheimnisvollen Gottes Mithra) auf Jesus um.

Geschenke am Heiligabend

Bis zur Reformation schenkte man sich am Heilig Abend keine Geschenke, sondern verteilte die Geschenke nur am Nikolausfest.

Ochs und Esel in der Weihnachtsgesichte?

Bei jedem richtigen Krippenspiel darf heute Ochs und Esel nicht fehlen, aber ist das überhaupt biblisch? NEIN!

Von Ochs und Esel lesen wir nichts in der Bibel, beide tauchen erst ab dem 9 Jahrhundert in der apokryphen Schrift des Pseudo-Matthäusevangelium auf.

Heilige drei Könige?

Gab es drei Könige in der Weihnachtsgeschichte? NEIN!

Erstens steht nirgends etwas in der Bibel von der Zahl drei, zweitens waren es keine Könige sondern für Christen eigentlich okkulte Sterndeuter (im griechischen Ausgangstext Μάγοι, Magoi, wörtlich „Magier“) die sich damals aus dem heutigen Iran/Irak oder dem afrikanischen Saba.[5]

Worum es wirklich geht!

Ich könnte jetzt noch viele, viele solcher Beispiele geben, aber viel wichtiger ist doch die Frage worum geht es in der Weihnachtsgeschichte wirklich?

Weihnachten ist das Fest an dem die Geburt von Jesus Christus feiern. Der Tag an dem Gott Mensch wurde und unter uns lebte! Weihnachten ist aber auch die Einladung an jeden von uns über den Glauben ganz neu nachzudenken.

Leg doch mal alle Traditionen beiseite und les dir das Original im Neuen Testament in diesen Tagen noch mal durch.

Denn Weihnachten ist total aktuell Gesichte:

  • Es geht um Leiharbeiter, die armen Hirten die als erste diesen Jesus besuchten! Jesus offenbarte sich zuerst den armen und ausgestoßenen der Gesellschaft!
  • Es geht um politische Tyrannen, die die Hoffnung der Welt im Keim ersticken wollten und mit brachialer Gewalt ihre Macht Interessen durchsetzen wollten!
  • Es geht um Obdachlose, denn Maria und Josef waren mit Jesus genau das: Obdachlose, die in einem Stall schliefen!
  • Es geht um Flüchtlinge und Asylanten, denn Maria und Josef waren mit Jesus genau das: politisch Verfolgte die in Ägypten Asyl suchten!

ABER…

  • Auch heute treiben Wahnsinnige Tyrannen auf dieser Welt ihr Unwesen.
  • Auch heute versuchen Menschen aus ideologischen Gründen Feste, Bräuche und die Geschichte ihren Zwecken unterzuordnen und umzudeuten.
  • Auch heute fliehen Menschen und bitten um Asyl.
  • Auch heute gibt es Menschen ohne ein Dach über den Kopf, die im Winter frieren müssen.
  • Auch heute gibt es Menschen die ihre Arbeiter auspressen und für einen Hungerlohn schuften lassen.

ABER… auch heute gibt es Weihnachten! Dieser Jesus – der vor über 2000 Jahren geboren war – steht mit seiner zentralen Botschaft ‘Gott und seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben’ im Zentrum! Darum geht es um Weihnachten!

Wie wäre es Dein eigenes Leben auch mal einen Faktenchecks zu unterziehen? Was ist wirklich wichtig? Was möchtest Du verändern? Wo musst Du vieleicht sogar umkehren und Dich selber verändern?

Jesus Christus will, dass es wirklich in Deinem Leben Weihnachtet: Lass ihn in dein Leben, werde Licht in einer dunklen Welt. Mein lieblingsweihnachtsvers steht in Johannes 3, 16.

Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn8 hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.

https://youtu.be/A18IhTVhEEc

Frohe Weihnachten.


[1] https://www.cicero.de/salon/krieg-gegen-weihnachten-religion-moderne-gesellschaft/56666

[2] https://vorab.bams.de/umfrage-mehrheit-der-deutschen-lehnt-es-ab-weihnachtsmaerkte-in-wintermaerkte-umzubenennen

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra

[5] Jesaja 60,6

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