Nicht Fressen & Saufen – das ignorierte Gebot?!

Lesedauer ca. 11 Minuten

Das Bundesministerium schreibt auf ihrer Homepage:

… Zahlreiche Erkrankungen sind direkt oder indirekt mit der Ernährung verbunden. Allen voran die sogenannten Volkskrankheiten Diabetes mellitus, Fettsucht (Adipositas) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch einige Formen von Krebs sowie chronische Entzündungsprozesse werden durch bestimmte Nährstoffe beeinflusst. Die Krankheiten beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen. Sie belasten auch die Gesellschaft.“[1]

Und die müssen es wirklich wissen, schließlich liegen ihnen hier zahlreiche Studien wzB. die nationale Verzehrstudie II und der Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsforschung (DGE) vor.

Aber nicht nur unsere Statistiker, Mediziner und andere Experten kennen sich hier aus. Unser großes Vorbild Jesus gebot uns bereits nicht zu „fressen und saufen“!

Es geht dabei aber nicht um so etwas wie Askese, sondern um viel, viel mehr…

 

Das ignorierte Gebot?

Wenn Jesus uns etwas verbietet und deutlich anspricht, dann können wir sichersein, dass er es nicht als sadistischer Asket der uns ärgern will tut, sondern sich etwas gutes dabei für uns gedacht hat!

Jesus sagt uns im Lukasevangelium nun folgendes:

Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen …“ (LU; Lk 21,34)

Kirchengeschichtlich hat dieser und folgende Verse ganz schön Eindruck hinterlassen und den Begriff der „Völlerei“ mit geprägt. „Völlerei“ war/ist nach katholischer Tradition eine der sieben „Todsünden“. Die Strafe für diese Todsünde ist die Verbannung in die Hölle und das Erleiden ewiger Schmerzen.

Alles Unfug, sagen wir evangelischen Christen: Alle Sünden können vergeben werden (das sagen im übrigen auch die RKKs) und streichen den Begriff der Völlerei völlig aus unserer Tradition.

Tja, aber so einfach ist das nicht! Wenn wir die Bibel ernst nehmen, dann können wir zwar über die schärfe dieser Wort staunen, ignorieren können wir sie aber nicht!

Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. (LU; Gal5,21)

Paulus nennt Fressen & Saufen Werke der Finsternis und Nacht mit denen wir als Kinder des Tages und des Lichts nichts zu haben sollen:

Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen…“ (LU; Röm 13,13)

Warum macht die Bibel so eine Welle nur weil man mehr isst und trinkt, als man braucht? Nun zum einen gibt es hier einen gesundheitlichen Aspekt! Schließlich ist unser Körper der Tempel des Heiligen Geistes und wir sollen sein Haus heiligen. Dumme Sprüche „Bei mir hat der Heilige Geist schön viel Platz“ grenzen dabei schon fast an Blasphemie!

Es geht aber auch um etwas anderes!

Teilen vs. Fressen & Saufen?!

Bertolt Brecht sagte einmal: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“

Es gibt ein Prinzip Jesu, das universell ist und Geben ist seliger, als nehmen heißt – das gilt auch auf dem Teller!

„Was wir als Christen empfangen, empfangen wir als Ausrüstung zur Beteiligung am Dienst Christi.“ (Karl Barth) – Alles was Du nicht brauchst ist zum teilen da!

Es ist schlicht unethisch sich selbst krank zu essen und es gleichzeitig zu ignorieren, dass andere krank vor Hunger sind.

1. 842 Millionen Menschen auf der Welt haben nicht genug zu essen. Hunger ist das größte Gesundheitsrisiko weltweit. Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger, als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.[2] Man nennt Hunger auch das größte lösbare ungelöste Problem der Welt.

Während die Industriestaaten nur rund ein Fünftel der Weltbevölkerung stellen, verbraucht dieses Fünftel zirka zwei Drittel der Nahrungsmittel und 80 Prozent aller Rohstoffe.[3]

Das Verbot von Fressen & Saufen hat nicht nur was mit unserer Gesundheit zu tun, sondern vor allem was mit Nächstenliebe und damit Christusnachfolge!

Ja, aber vom FRESSEN & SAUFEN bin ich ja weit entfernt! Das gibts, aber mich betrifft das doch nicht! Schließlich nehme ich nicht am Wettessenwettbewerb teil oder so.“ – mag man schnell denken…

… aber nur mal so zum Nachdenken hier einige Beispiele:

  • Fleisch: Wir haben ein Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich rund 60 Kilogramm.[4] Ernährungsexperten raten zu einem Fleischverzehr von höchstens 300 bis 600 Gramm Fleisch oder Wurstwaren pro Woche – also maximal halb so viel wie bisher.
  • Gummibärchen: Mit 2,9 Kilogramm pro Kopf und Jahr halten Gummibärchen & Co den Verzehr-Rekord unter den Zuckerwaren.[5]
  • Schokolade: Statistisch isst jeder Deutsche 9,5 Kilo pro Jahr – das wären 95 Hundert-Gramm-Tafeln pro Kopf und Jahr.
  • Alkohol:  Insgesamt werden 135,4 Liter an alkoholischen Getränken pro Kopf im Jahr verbraucht, das sind 9,5 Liter reiner Alkohol. 74.000 Menschen sterben Schätzungen zufolge jedes Jahr in Deutschland an den gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums.
  • Übergewicht: Jeder zweite Deutsche ist zu dick. Die Deutschen gelten, als die dicksten Europäer! 2009 waren einer Studie zufolge etwa 48,2 % der über 50-Jährigen leicht übergewichtig. Als fettleibig galten damals 18,7%! Aber jetzt kommt es: die Zahl der Fettleibigen soll Prognosen zufolge bei den über 50 jährigen bis 2030 um 80 Prozent steigen!
  • Übergewicht bei Kindern: 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und siebzehn Jahren sind übergewichtig – jeder Hundertste, so schätzen Experten, leidet auch an einem Typ-2-Diabetes.[6]

Der deutsche Schriftsteller Oliver Hassencamp scherzte einmal: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.“ – da ist was dran, oder? Wir sind buchstäblich Allesfresser und Säufer!

DIE ZEIT schrieb: „… für billige Lebensmittel nehmen die Konsumenten alles in Kauf – von der Tierquälerei bis zur Rodung der Urwälder!“ überschrieben hatte sie ihren Artikel mit: „Wir essen die Welt„.[7]


Seelenlöcher stopfen?

Aber unser Jesus ist nicht einfach nur einer mit den erhobenen Zeigefinger, sondern auch jemand der unser Herz kennt und der perfekte Seelsorger!

Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie ein Fallstrick; denn er wird über alle kommen, die auf der ganzen Erde wohnen. (LU; Lukas 21,34f)

Man spricht bei vielen unserer Zivilisationserkrankungen von typische Folgeerkrankungen von erstens falscher Ernährung und zweitens von chronischem Stress.

Chronischer Stress begünstigt aufgrund metabolischer Veränderungen die Entstehung von Übergewicht. Veränderung der hormonellen Stress-Achse (HHNA) führt zB. zur Insulinresistenz (Diabetes Typ II).

Interessanterweise Spricht Jesus in Lukas 21,34 nicht nur vom Fressen und Saufen, sondern auch von Sorgen! Hinter vielen falschen Ernährungsweisen stecken nicht selten auch seelische Ursachen die sich in falschen selbsttherapeutischen Reflexen wie übermäßiges essen und Alkoholsüchten äußern können.

Die Bibel warnt uns vor allen diesen Dingen, der falschen Selbsttherapie und ihren eigentlichen Ursachen: den Sorgen.

Die Bibel ist ein so geniales Buch, sie stellte schon vor tausenden von Jahren einen Zusammenhang von Stress und Gesundheit her.

Ein fröhlicher Mensch lebt gesund; wer aber ständig niedergeschlagen ist, wird krank und kraftlos. (HfA; Sprüche 17, 22)

Jesus bietet uns da etwas ganz anderes an. Wir sollen unsere Sorgen auf ihn werfen und nicht in uns hineinfressen, Amen.


Nicht Saufen?!

Wenn wir über Alcohol in der Bibel reden, dann geht es meist um Wein. Die Geschichte des Weins lässt sich fast 8 000 Jahre zurückverfolgen, und die Weinrebe muss damit zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschen gezählt werden. Der Wein spielt seit Menschengedenken eine bedeutende Rolle im Alltagsleben und wurde schon früh als Statussymbol, Genussmittel und medizinisches Getränk geschätzt.

Der Anbau von Wein wird in der Bibel schon sehr früh erwähnt. Noah legte als erster Mensch einen großen Weinberg an und kostete auch von der Frucht seiner Weinstöcke. Da er ja schlecht wissen konnte, welche Auswirkungen das haben würde, sei ihm verziehen, was dann passierte: Die Bibel berichtet, dass Noah sich mit der Dosierung – sagen wir es einmal vorsichtig – etwas vertan hat, sodass er nackt und sternhagelvoll in seinem Zelteingang einschlief (vgl. 1. Mose 9,20-21). Alleine, dass die erste Erwähnung von einem alkoholischen Getränk mit absoluter Schande endete – den öffentliche Nacktheit galt den Juden als absolute Demütigung – sollte uns zu einen massvollen Umgang anreizen.

Aber bleiben wir einen kurzen Moment bei dem ersten Weinanbauer Noah. interessanter Weise wird der Weinanbau auch erst nach der Sintflut beschrieben! Vorher scheint es KEINEN Alkoholkonsum gegeben zu haben.

Obwohl Alkoholkonsum ursprünglich nicht von Gott vorgesehen, findet sich in der Bibel KEIN ALLGEMEINES ALKOHOLVERBOT, im Gegenteil: hier und da wird er sogar zu einen göttlichen Synonym für Segen und Wohlstand. Ja, Wein sollten den Menschen sogar erfreuen:

Du (GOTT) gibst Wein, der sie fröhlich macht […]. (Psalm 104,15)

Spätere jüdische Texte geben gute, praktische Hinweise für den Umgang mit dem Wein:

Spiel beim Weintrinken nicht den starken Mann; der Wein hat schon viele schwach gemacht. Wie der Glühofen gehärteten Stahl erprobt, so zeigt der Wein den Charakter überheblicher Menschen, wenn sie – von ihm erhitzt – in Streit geraten. Der Wein kann dem Menschen Leben einflößen, wenn er maßvoll getrunken wird. Was wäre das Leben ohne Wein? Er war doch von Anfang an da, um uns zu erfreuen! Zur rechten Zeit und mäßig getrunken, gibt der Wein eine heitere Stimmung und ein fröhliches Herz. Doch im Übermaß getrunken, versetzt er in schlechte Laune, macht gereizt und streitsüchtig. Wenn ein Dummkopf betrunken ist, steigert sich sein Ärger zum öffentlichen Ärgernis. Sein Rausch nimmt ihm alle Kraft und bringt ihm außerdem noch Schläge ein (Jesus Sirach 31,25-30)

Lange war es in heißen Gegenden schwierig, nichtalkoholische Getränke wie Wasser und Säfte länger aufzubewahren. Erst heute ist dies durch entsprechende Kühlsysteme möglich. Stehendes Wasser konnte in der Hitze sehr schnell kippen und ungenießbar, ja sogar giftig werden. Es war nur sicher und damit lebensstiftend, wenn es frisch war. Daher spricht die Bibel in Bezug auf eine Quelle, also fließendes Wasser, auch oft vom lebendigen Wasser. Alkohol hat bekannterweise die Eigenschaft, auch Krankheitserreger zu töten, deswegen waren leicht alkoholische Getränke – wie der Wein – lange Zeit die „sichersten“ Getränke der Antike, und ihr Anbau war damit nicht einfach nur Luxus, sondern schlicht notwendig. Dies mag auch den Rat des Paulus an Timotheus erklären wegen seines Magens Wasser nur mit einem Schluck Wein zu trinken.

Auch mäßiger regelmäßiger Alcoholkonsum gilt bereits als eine schwache Form des Alkoholismus. Klassische Alcoholiker müssen nicht jeden Tag betrunken sein, viele – vor allem junge Leute – sind es „nur“ regelmäßig bei bestimmten Anlässen, Partys, Wochenende usw. (sogenannte “ Betatrinker“). Andere – sogenannte „Alphatrinker“ – sind Konflikttrinker, sie trinken um Probleme zu bewältigen (ein Alphatrinker ist in der Lage, für eine gewisse Zeit abstinent zu bleiben). Um ein Alkoholiker im klinischen Sinne zu sein muss man zB. eine Toleranzentwicklung aufweisen, sprich man benötigt immer mehr Alkohol um noch die gleiche Wirkung zu spüren. Sätze wie: „Ich vertrage mehr Alkohol, als Du.“, „Ich trinke Dich unter dem Tisch.“ usw. sind also alles Anzeichen einer für Alkoholiker typischen Tolleranzentwicklung, KEIN Zeichen für Stäke, sondern ein Anzeichen einer echten Erkrankung!

Mein alter Jugendpastor pflegte immer zu sagen: „Alles was Dich bindet ist zur Befreiung da!“ In Deutschland gibt es etwa 1,5 Millionen Alkoholiker – und fast zehn Millionen Deutsche gehören zur sogenannten Risikogruppe: sie trinken regelmäßig mehr, als gesund ist. Als noch Gesund gilt laut Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin für Männer nicht mehr als 30[8] und für Frauen 24 Gramm Alkohol täglich: Sprich, das eine Glas Wein oder eine Flasche Bier am Abend gilt laut Experten weitgehend als unbedenklich. Tatsächlich trinken viele aber viel mehr. Statistisch trinkt jeder Deutsche 9,5 Liter reinen Alkohol! Das ist viel zu viel.

Wenn wir die Bibel lesen, dann stellen wir wie gesagt KEIN generelles Verbot von Alkohol fest, finden aber sehr wohl immer wieder warnenden Stellen vor exzessiven Alkoholkonsum.

Wein ruft Spott hervor; starkes Getränk beschwört Streit herauf. Wer sich betrinkt, der kann nicht weise sein. (Spr. 20,1)

Schlimm wird es denen ergehen, die sich schon früh am Morgen nach berauschenden Getränken sehnen und sich bis zum Abend hin betrinken. (Jesaja 5,11)

Wisst ihr nicht, dass Menschen, die Unrecht tun, keinen Anteil am Reich Gottes erhalten werden? Täuscht euch nicht. […]Trinker, Lästerer, Räuber – keiner von ihnen wird am Reich Gottes teilhaben […]. ( 1.Korinther 6,9-11)

Trotzdem empfiehlt Paulus Timotheus aus gesundheitlichen Gründen Wein zu trinken. Von diesen therapeutischen Weinkonsum finden sich einige Beispiele in der Bibel:

Starke Getränke sind für die Sterbenden und Wein für die Verzweifelten. 7 Sie sollen ihn trinken, damit sie ihr Elend vergessen und nicht mehr an ihren Kummer denken.( Sprüche 31,6f)

Interessanter Weise lehnte Jesus selbst als Sterbender am Kreuz dieses alkoholische trotzdem Betäubungsmittel ab (Markus 15, 23). Priester und NASIRÄER (ausgesonderte des Herrn) war es im Alten Testament als geistlich Vorbilder nicht gestattet Alkohol zu trinken (3. Mose 10,8-11, Hes. 44,21). Auch die israelitischen Könige sollten sich eigentlich davon fernhalten und sich nicht ablenken lassen, sondern sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte um die Armen und Nöte des Volkes kümmern.[9]

Fassen wir unsere Beobachtungen einmal zusammen:

  • Es gibt KEIN ALLGEMEINES ALKOHOLVERBOT.
  • Alkohol in Maßen kann eine belebende und erheiternde Wirkung haben und ein Segen Gottes sein.
  • Alkoholkonsum war die ersten 1600 Jahre der Menschheit unbekannt und von Gott ursprünglich nicht vorgesehen.
  • Alkoholkonsum war Priestern, Naziräern und Königen verboten.
  • Die Bibel warnt vor einem übermäßigen Alkoholkonsum.
  • Die Bibel kennt eine therapeutische Anwendung von Alkoholischen Getränken.

Über folgende Stelle möchte ich noch einmal mit Dir nachdenken:

Betrinkt euch nicht mit Wein; sonst ruiniert ihr damit euer Leben. Lasst euch stattdessen vom Heiligen Geist erfüllen. (Epheser 5,18)

Warst Du schon einmal betrunken? Hast Du damit – wie Paulus es hier schreibt – dein Leben ruiniert? Nein, das ist sicherlich kein Automatismus und das hat Paulus damit wohl auch nicht gemeint! Eine einmalige Trunkenheit, ZB. in der Jugend, versaut nicht das ganze Leben. Ein Lebensstil in Trunkenheit schon! Und genau das hier scheint Paulus damit zu meinen. Stattdessen sollen die Christen sich mit Gott (dem heiligen Geist) abfüllen lassen! Aber auch diese heilige abgefüllt sein verändert nicht automatisch das Leben, wenn auch dies nicht zu einem Lebensstil wird! Eine Begegnung und Berührung mit Gott kann, aber muss nicht automatisch alles verändern, es geht vor allem um ein Lebensstil. Genauso wie ein Lebensstil der täglichen Trunkenheit „das Leben ruiniert“, so befreit und heiligt ein Lebensstil mit Gott den Menschen.

Es geht also um das richtige Maß zu finden! Für jemanden, der jeden Abend sein Feierabendbier oder Glas Wein trinken muss, mag das keine leichte Übung sein, aber lohnen wird es sich trotzdem, den das Leben bietet so viel mehr und bessere Alternativen sich „abzufüllen“ um dies zu erkennen braucht es aber zunächst eine Zeit des Verzichts – dazu lade ich Dich herzlich ein.


Das rechte Maß

Es geht bei allem darum ein ganzheitliches Maß und inneres Gleichgewicht zu finden.

So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis  und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit […]. (LU; 2.Petrus 1,5f)

Das sind ja für uns schon fast unbekannte Vokabeln: Mäßigung als Tugend – ja sogar Mäßigung, als Zeichen der Frömmigkeit!

Manchmal geht es auch um ganz andere Dinge:[10]

         Du hast eine unbändige Lust auf Currywurst mit Pommes! Das könnte für einen hohen Salz- und Mineralstoffverlust sprechen und Dein Körper schreit eigentlich danach, dass dein Mineralstoffe wieder aufgetankt werden und nach einem isotonischen Getränk wie Apfelschorle.

         Die Lust auf was Süßes ist oft ein Indikator dafür, dass Du die falschen Kohlenhydrate gegessen hast und dein Energiereserven bereits verbraucht sind. Die Vollkornstulle wäre jetzt eigentlich viel besser!

… oder steckt hinter deiner Maßlosigkeit eine echte Lebenssorge, Selbsthass, unvergebenheit. Ja wir Menschen ticken so, wenn wir geistlich nicht im Gleichgewicht sind, dann versuchen wir das zu kompensieren und selbst zu therapieren, deswegen das…

Fressen.- und Saufen.- und Sorgenverbot in Kombination!

Fasten – sich geistliche fokusieren

Es gibt eine geniale geistliche Übung, die wir in unserer freikirchlichen Tradition eigentlich nur vor großen Endscheidungen und Gebetskämpfen kennen: das Fasten.

Aber Fasten ist auch eine sehr eigennützige, geistliche Waffe um sich selbst ganz neu auf Gott zu fokussieren und vom Fressen & Saufen dieser Welt Abstand zu gewinnen:

Doch Jesus erwiderte: »Nein! Die Schrift sagt: `Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.´« (Matthäus 4,4)

Jesus befand sich gerade in einer privaten Fastenzeit, als er das gesagt hatte. Er wollte aber nicht einfach auf Essen verzichten – Fasten ist viel mehr als das – er wollte sich auf Gott ausrichten!

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Fasten und Gebet im NT fast immer zusammen genannt werden![11]

Jesus hat sogar zur richtigen Fastenhaltung etwas gesagt:

Wenn ihr fastet, so tut es nicht öffentlich wie die Heuchler, die blass und nachlässig gekleidet herumgehen, damit die Leute sie für ihr Fasten bewundern. Ich versichere euch: Das ist der einzige Lohn, den sie jemals dafür erhalten werden. Wenn du fastest, dann kämme deine Haare und wasche dir das Gesicht. Dann wird niemand auf den Gedanken kommen, dass du fastest, außer deinem Vater, der weiß, was du in aller Stille tust. Und dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, wird dich dafür belohnen. (NL; Matthäus 6,16-18)

Klar kann man in einer Gruppe fasten, zB. bei einem gemeinsamen Gebetsanliegen, aber wenn es ein eigenes privates Fasten ist, dann geht das nur Dich und Gott was an! Das ist keine fromme Show für andere, sondern eine eigene Qualitätszeit mit Dir und Deinem Gott!

Übrigens, wir Menschen können nicht nur unsere Sorgen und andere Seelenlöcher mit Alkohol und Essen stopfen, die Bibel kennt und nennt hier viele Dinge:

         Workaholics, da hilft der Sabbat

         Sex als Ablenkung, da hilft Sexfasten. Der erste Korintherbrief schreibt hier Ehepaaren die sich dazu endschließen für eine Zeit – bitte nur für eine Zeit – von der schönsten Nebensache der Welt fernhalten um zu beten und sich auf Gott zu fokussieren.[12]

Zusammenfassung

Ich möchte zum Ende kommen und Dich fragen:

  • Gibt es Sorgen oder andere Seelenlöcher die Du selbst zu therapieren versuchst?
  • Kennst Du kein Maß beim Essen und Trinken?
  • Bete um Mäßigung.
  • Wie wäre es mal mit einer ganz privaten Fastenzeit, einer Qualitätszeit nur für Dich und den Herrn?
  • Was brauchst Du wirklich? Meinst Du nicht, Du könntest den Rest weitergeben?

Überschrieben hatte ich diese Gedanken mit „Fressen & Saufen“ – das ignorierte Gebot. Du bist ein genialer, atmender Gedanke Gottes, dein Körper ist der Tempel des heiligen Geistes. Dieses Gebot Gottes ganz neu zu heiligen – wäre das nicht was?

Dein Körper, deine Seele, deine Gottesbeziehung und dein Nächster wird es Dir danken.


[1] https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/ernaehrung.php; Stand 09.09.2014

[2] Quelle: World Hunger and Poverty Statistics, WHO 2013

[3] https://www.derwesten.de/wr/wr-info/die-ungerechte-verteilung-des-essens-id2951.html#plx1090843312

[4] Quelle: Statistisches Bundesamt, Vom Erzeuger zum Verbraucher, Fleischversorgung in Deutschland 2008 und Ernährungsbericht 2008

[5] Quelle: BMELV Statistik

[6] Quelle: diabetesDE

[7] https://www.zeit.de/2006/20/01_leit_1_neu;

[8] Laut WTO sogar nur 20 Gramm

[9] Lemuel, für Könige ist es nicht angemessen, Wein zu saufen. Herrscher sollen nicht nach starken Getränken verlangen.  Denn wenn sie trinken, könnten sie darüber ihre Pflichten vergessen und den Armen nicht mehr Recht verschaffen. (Spr. 31-4-5)

[10] https://www.fitforfun.de/abnehmen/gesund-essen/heisshunger-10-tipps-gegen-fressattacken_aid_9849.html

[11] Lukas 2:37; 5:33

[12] 1.Korinther 7,1-5

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