Den Teufel an die Wand malen?! Die meistgelesene Bibelstelle der Welt.

Lesedauer ca. 6 Minuten

Kürzlich hat die US-Zeitschrift “The Atlantic” Daten von Amazon veröffentlicht mit denen festgestellt werden konnte, welche Passage in der Bibel (der internationalen Ausgabe) die Leser am häufigsten markierten. Die Bibelstelle war aus dem Philipperbrief folgende Passage:

Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm. Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann. Sein Friede wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren. (NL; Phil4,6f)

Das ausgerechnet diese Passage zu den meistgelesenen, bzw. meistmarkierten Bibelstellen der Welt gehört, sagt einiges über unsere Gesellschaft aus.

 

 

Der Imperativ: Hab keine Angst!

Natürlich ist dieses Thema auch ein seelsorgerliches Thema, ein Thema wo man Menschen an die Hand nehmen muss und Schritt für Schritt aus der Angst führen darf – das macht Gott auch so mit uns, aber…

… aber es ist nicht nur ein seelsorgerlicher Rat Gottes, ein Hilfeangebot an uns Christen, nach dem Motto: “Wenn Du magst, dann helfe ich Dir aus der Angst heraus.” – NEIN, viel öfter ist es schlicht ein Befehl Gottes!

  • Hab keine Angst
  • Ausrufungszeichen
  • Imperativ
  • göttliches Gebot (und kein seelsorgerliches Angebot)

Seid nicht bestürzt, und habt keine Angst!”, ermutigte Jesus seine Jünger. “Vertraut Gott, und vertraut mir […]. Auch wenn ich nicht bei euch bleibe, sollt ihr doch Frieden haben. Meinen Frieden gebe ich euch; einen Frieden, den euch niemand auf der Welt geben kann. Seid deshalb ohne Sorge und Furcht![1]

Ich möchte es einmal auf den Punkt bringen – ich weiß nicht ob Du es so in dieser Schärfe schon einmal gehört hast: DAS IST EIN GEBOT GOTTES, SICH NICHT AN DIESES GEBOT ZU HALTEN IST ZIELVERFEHLUNG UND UNGEHORSAM (SÜNDE)!

Angst zu haben, sich von ihr beherrschen und lenken zu lassen ist Sünde! Gott will das nicht, er befiehlt Dir: HAB KEINE ANGST!

Bertrand Piccard (*1958), ein schweizer. Psychiater sagte einmal: “Ängste sind eine Projektion in die Zukunft.” Ängste sind Reaktionen auf etwas, dass es noch gar nicht gibt, das noch gar nicht eingetroffen ist – Angst ist damit eine negativ Prophetie, eine imaginäre, negative Zukunftsaussicht…

… im deutschen haben wir ein Sprichwort: “… den Teufel an die Wand malte.” – genau das ist Angst!

Gott will, dass wir diesen negativen Zukunftsaussichten, diesen Unsinn KEINEN RAUM in unserem Leben geben. Höre auf in Jesu Namen auf: “… den Teufel an die Wand malte!”

Da gibt es viel schönere Bilder als seine hässliche Fratze, male Dir Jesus, seine Liebe, Deine Zukunft im Himmel vor Augen, aber gebe der Angst keinen Raum.

 

Der Imperativ: Mach Dir keine Sorgen!

Lass uns unseren Text noch einmal lesen:

Seid nicht bestürzt, und habt keine Angst!”, ermutigte Jesus seine Jünger. “Vertraut Gott, und vertraut mir […]. Auch wenn ich nicht bei euch bleibe, sollt ihr doch Frieden haben. Meinen Frieden gebe ich euch; einen Frieden, den euch niemand auf der Welt geben kann. Seid deshalb ohne Sorge und Furcht![2]

Immer wieder kommt in der Bibel das Wort Angst mit dem Wort Sorgen vor. Soge das klingt manchmal so viel besser als Angst, dabei ist es doch im Kern das selbe!

Sorge ist eine vorausschauende Angst, eine Angst die noch hypothetischer und weiter in die Zukunft geht als die Angst der Gegenwart.

Es gibt Elter die machen sich Sorgen – sprich Ängste – was in 15-20 Jahren aus ihrem Kind wird! Sorgen ist so etwas wie eine hypothetische Angst – aber damit nicht weniger Real.

Wir Deutschen sind mit unserer “German Angst[3] wahre Weltmeister in der Vorsorge, Stichwort Versicherungen – die Sorgen um die Zukunft sind zu einem echten Wirtschaftsfaktor geworden.

Und klar für sich und andere vorsorgen ist ja auch OK, aber ganz schnell rutscht man dabei wieder in eine uns schadende geistliche Macht hinein…

Seht mal Jesus ist hier total radikal:

Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Essen, Trinken und Kleidung. Leben bedeutet mehr als Essen und Trinken, und der Mensch ist wichtiger als seine Kleidung.[4]

Jesus sagt seinen Jüngern nicht: „Ihr dürft euch sorgen, aber nur um lebensnotwendige Dinge.“ Er sagt: „Sorgt euch nicht mal um lebensnotwendige Dinge.“

Natürlich darf ich Geld für meine Rechnung, die ich morgen bezahlen muss heute schon zurücklegen, aber der Angst Raum geben, mich von einer negativen Zukunftsaussicht fesseln lassen… das ist mir aus gutem Grund verboten!

Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht.[5]

Jesus wertet also die Dinge, um die wir uns Sorgen machen, nicht ab. Er sagt aber: „Das sind doch nicht deine Sorgen. Lass Gott dafür sorgen!“

Freunde, ich bringe das noch mal so krass wie Jesus es hier sagt auf den Punkt: letztlich ist Angst und Sorgen nicht nur Sünde, sondern auch Unglaube… “ Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht…”.

Ein tolles Angebot, gerade wenn man mal wieder wegen Sorgen nicht einschlafen kann. Herr Sorge XY und Z sind Deine Sorgen, nicht meine, gute Nacht bis morgen.

 

Das Gegenmittel!

Ottmar Hitzfeld (Fußballtrainer) hat einmal folgendes gesagt: “Am Samstagnachmittag vergessen Millionen Menschen ihre Alltagssorgen.” – kennst Du das? Wir nennen das Ablenkung, da erscheint die Welt grau in grau und durch eine Ablegung, Abwechslung, Besuch von Freunde usw. vergessen wir unsere Sorgen… und auf einmal erscheint alles nur noch halb so schlimm?

Die Bibel nennt uns auch ein Gegenmittel gegen die Angst und Sorgen… und jetzt wird es spannend: Man könnte ja annehmen, dass sie uns das Gegenteil von Angst – nämlich Vertrauen – als Gegenmittel verschreibt: “Nun vertrau Gott doch mal wieder.”

Aber NEIN, das macht sie nicht, sie nennt uns etwas viel tieferes und einfacheres…

Und unsere Liebe kennt keine Angst, weil die vollkommene Liebe alle Angst vertreibt.[6]

Im Textzusammenhang geht es hier um die Angst vor Gott, ich denke aber es geht auch um alle anderen Ängste – die Liebe vertreibt die Angst!

Ja, mehr noch die Bibel spricht von einer “Austreibung”! Die Liebe jagst die Angst zu Teufel wo sie hingehört, die Liebe braucht Platz und lässt keine Raum für irgendeine Angst.

Ich meine das kann man auch bei frischverliebten beobachten – klar, die sind aj auch ihres Hormoncocktails wegen fast wie in einem Drogenrausch und nur bedingt zurechnungsfähig – aber im Ernst:

  • Und, wenn die Liebe bedeutet, dass sie aus dem Elternhaus fliegen und unter einer Brücke wohnen… so what?!
  • Und, wenn man auch kein Geld, keine Arbeit und keine Ausbildung hat… so what?!
  • … Hauptsache man hat sich!

Die Liebe treibt die Furcht aus! So ist das auch bei Gott. Du bist von Ängsten und Sorgen innerlich zerfressen? Klar bringen da kluge Ratschläge von außen nicht…

  • … mach Dich mal locker…
  • … vertrau Gott mal…

Das kannst Du nicht, wenn Du gefangen bist. Aber ich kenne das was, was alle Fesseln durchschneidet und Dir wieder neue Kraft gibt: Die Liebe Gottes!

Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein? Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken? Wer wagt es, gegen die Anklage zu erheben, die von Gott auserwählt wurden? Gott selbst ist ja der, der sie gerecht spricht. Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Mehr noch, er ist der Auferstandene. Er sitzt auf dem Ehrenplatz zur rechten Seite Gottes und tritt für uns ein. Kann uns noch irgendetwas von der Liebe Christi trennen? Wenn wir vielleicht in Not oder Angst geraten, verfolgt werden, hungern, frieren, in Gefahr sind oder sogar vom Tod bedroht werden? […] Aber trotz all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch Christus, der uns geliebt hat. Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. Und wären wir hoch über dem Himmel oder befänden uns in den tiefsten Tiefen des Ozeans, nichts und niemand in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist.[7]

Die Liebe überwindet alles. Und jetzt sizt du vieleicht da wie so ein altes Ehepaar mit deinem Gott an deiner Seite und sagst mir: “Ja, aber das mit dem frisch verliebt sein… das ist schon lange her, jetzt ist unsere liebe ganz schön erkaltet.”

JA mein Freund, dann wir es Zeit diese Liebe zu entfachen. zurück zur ersten Liebe!

Du willst frei sein von Deinen Ängsten und Sorgen, dann beschäftige Dich doch eine Zeit lang nicht mehr theoretisch mit deinem Gott, sondern ganz praktisch!

Wie entfacht man die Liebe eines alten Ehepaares wieder? In dem man Zeit und Gemeinschaft hat. Indem man etwas miteinander gemeinsam unternimmt, mit einebnender spricht, sich Komplimente macht. Wann hast Du Gott zu Letzt ein Kompliment gemacht?

Paulus ermutigt Timotheus in 2Tim 1,6 dazu die Gnade Gottes wieder zu entfachen. Weigere Dich doch mal ständig deine Ängste zu befeuern und entfache stattdessen die Liebesbeziehung zu deinem Gott ganz neu.

Deshalb ermutige ich dich dazu, die geistliche Gabe wirken zu lassen, die Gott dir schenkte, als ich dir die Hände auflegte. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.[8]

Wieder sprich die Bibel in achaischer Sprache von einer Austreibung des Geistes der Furcht mit einem Geist der Liebe, Kraft und Besonnenheit.

Na, mein Freund: Wovon bist Du begeistert? Von der Liebe Gottes oder von den Alltagssorgen und der nackten Angst?

Heute darfst Du Dich für einen Austausch entscheiden.

 


 

[1] HfA; Johannes 14,1 &27

[2] HfA; Johannes 14,1 &27

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst

[4] HfA; Matthäus 6,25

[5] HfA; Matthäus 6, 32

[6] NL; 1. Johannes 14,17b-18a

[7] NL; Römer 8,31-39

[8] NL; 2.Timotheus 1,6

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