‘Gerechte Heiden’ – Wer kommt in den Himmel?

Lesedauer ca. 10 Minuten

Es gibt Fragen, die man als Pastor immer wieder gestellt bekommt. Zu diesen Fragen gehört die Frage: “Was ist mit den Menschen, die noch nie etwas von Gott, der Bibel oder Jesus gehört haben?” Eine spannende und sehr herausfordernde Frage. Ich könnte es mir einfach machen und sagen, dass ich nicht Jesus bin, es nicht weiß und fertig, aber ich will Dir einmal ein paar Überlegungen mitgeben, die Dir möglicherweise eine kleine Antwort darauf geben.

‘Tora für alle Völker’ im Judentum

Zunächst muss man zur Kenntnis nehmen, dass es ‘das Judentum’ als feste, einheitliche Größe und Theologie nie gab! Es gab auch zu Zeiten Jesu die unterschiedlichsten Strömungen und Lehrmeinungen. Viele dieser Lehrmeinungen sind uns im Talmud und der Mischna überliefert. Auch zur Frage ‘ob denn die Heiden alle verloren sind, wurde heftig debattiert, wie man z.B. in diesem Talmudtraktat lesen kann:

Rabbi Eliezer sagte: „Kein Heide hat Anteil an der kommenden Welt, denn es steht geschrieben: ‚Die Gottlosen werden ins Totenreich gehen, alle Heiden, die Gott vergessen‘ (Ps 9,18). ‚Die Gottlosen werden ins Totenreich gehen‘ – das meint die Gottlosen Israels, ‚alle Heiden, die Gott vergessen‘, das meint die Weltvölker. Rabbi Joschua widersprach: „Wenn geschrieben stünde: ‚Die Gottlosen werden ins Totenreich gehen, alle Heiden‘ und kein Wort mehr, dann würde ich deiner Meinung beipflichten; nun spricht aber der Vers von denen, ‚die Gott vergessen‘, und zeigt damit an, dass es Gerechte unter den Völkern gibt, und die haben Anteil an der kommenden Welt“. [1]

Auch das Neue Testament macht sehr deutlich, dass das Gesetz (die Tora) mit ihren 613 Ge- und Verboten niemals die Funktion hatte Menschen zu ‘retten’ sondern auf Christus hin zu erziehen und vorzubereiten. Das Heil kommt alleine aus Glauben. Im Judentum war/ist man aber der Meinung, dass auch Heiden nicht zwingend ‘gottlos’ sein müssen – das klingt für uns zunächst paradox ist aber auch zum Verständnis mancher neutestamentlicher Stelle sehr wichtig zur Kenntnis zu nehmen. Das Gesetz (die Tora) war nicht der ganze Welt, sondern nur den Juden gegeben, daher stellte sich immer wieder jüdischen Gelehrten die Frage, was den aus den Heiden werden würde (siehe Text aus Talmud oben), auch Jesus wurde diese Frage scheinbar gestellt:

Jemand fragte ihn: »Herr, werden nur wenige errettet werden?« (NL; Lukas 13,23)

In den unterschiedlichen Strömungen des Judentums zur Zeit Jesus wurde über diese Frage jedenfalls heiß diskutiert. Die Lehrmeinungen und Antworten auf diese Frage sind auch deshalb sehr interessant für uns, weil die Jünger und Paulus im speziellen auch Kinder dieser Zeit waren und auf die unterschiedlichen zeitgenössischen Antworten möglicherweise anknüpften.

Drei dieser Antworten will ich hier kurz anreißen:

Kardinalsünden

Die jüdischen Kardinalsünden (KS) stammen aus dem 2-3 Jahrhundert v.Chr. – sprich älter als das Neue Testament – und beinhalten: Götzendienst, Unzucht und Mord. Ab dem zweiten Jahrhundert (135 n.Chr.) finden diese Kardinalsünden auch Einzug im ‘jüdischen Notrecht‘ – sprich Geboten die ein Juden auch unter Todesandrohung niemals tun darf. Es ist so etwas wie eine Minitora.

Sybillinische Orakel

Das sybillinische Orakel (SO) aus dem 2. Jahr. vor Chr. – sprich älter als das Neue Testament – wendet sich an Juden & Heiden. und kennt folgende Ge- und Verbote: Götzendienst, Ehebruch, Homosexualität und Mord.

Noachische Gebote

Die sieben noachischen Geboten (NG) finden sich ab 90 n.Chr. – sprich jünger als das Neue Testament – und werden heute von vielen Juden als ‘Tora für die Völker’ verstanden. Die NG sind zwar jünger als das Neue Testament bauen aber auf ältere mündliche Überlieferungen aus der Zeit Jesu auf.

Das Wort Tora (hebräisch ‏תּוֹרָה‎) bedeutet ‚Weisung‘. Die Juden nannten Noah und Mose oft in einem Atemzug und sprachen von der ‘Noahtora’ und ‘Mosetora’, der ‘Tora für alle Völker’ und der ‘Tora für Israel’.

Ich will jetzt nicht im Einzelnen ausführen, wie die sieben Weisungen des Noah an alle Völker im Judentum exegetisch herausgelesen werden, sondern lediglich die Aufzählung darstellen:

Noahs Tora

Tosefta Avoda Zara 8,4 (2.Jahrhundert n.Chr.)

Nach jüdischem Verständnis können auch Nichtjuden, die z.B. die sieben Gebote, die Gott Noah gegeben hatte einhalten, als Zaddik „Gerechte“ bezeichnet werden,[2] man nannte sie auch Ben Noach – Söhne Noahs. Und tata… auch im Neuen Testament wird ein Heide (nicht zum Judentum konvertierter) als Zaddik/Gerechte bezeichnet! So nennt Lukas Kornelius, den römischen Hauptmann, einen Gerechten![3]

Die Theologie der Noahtora ist auch bis heute der Grund dafür, warum viele Juden nicht missionieren, sie sind der Meinung, dass es allen Menschen gesagt ist, was recht und gut ist und jeder – zumindest theoretisch – Anteil am Heil haben könne.

‘Tora für alle Völker’ im Neuen Testament

Die Fragestellung nach der Tora und dem Heil für die Heiden wird/wurde aber nicht nur im alten Judentum, sondern auch in der Urgemeinde der Christen heiß diskutiert. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass die Leiter der Gemeinde alle Juden waren und sich auch als solchen verstanden. Das folgende ist ganz wichtig zu verstehen. Die Konflikte, Fragestellungen und Antworten der Urgemeinde waren also so etwas wie innerjüdische Dialoge!

Wir finden in fast allen Briefen diese Fragestellungen, Konflikte und Antworten: ‘Was ist mit den Heiden? Gilt für sie die Tora? Können sie gerettet werden ohne Tora?’

Paulus lässt tief in diesen Konflikt und der Fragestellung seiner Zeitgenossen einblicken, als er im Römerbrief schlussfolgert:

Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie beweisen damit, dass in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen – an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Christus Jesus richten wird, wie es mein Evangelium bezeugt. (LU; Römer 2,14-16)

Paulus ist also der Meinung, dass der Inhalt der Tora allen Menschen irgendwie im Inneren – Stichwort Gewissen – gegeben sei und es durchaus ‘Heiden’ gibt, die ohne das Gesetz zu kennen, genau das tun und verteidigen was es fordert.

Ganz ähnlich, wie es in der rabbinischen Tradition der Kardinalssünden, des Sybillinischen Orakels oder der Noahtora heißt, fordert er von Heiden nur ein sehr kleinen ethischen Katalog zu erfüllen, ergänzt diesen aber mit dem allgemeinen Doppelgebot der Liebe:

Denn was da gesagt ist (2.Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3.Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« (LU; Römer 13,9)

Aposteldekret

Paulus selbst konnte sich dabei auf das vorangegangen Apostelkonzil und das Aposteldekret (AD) berufen.

Immer wieder waren einige jüdische Gläubige der Meinung, dass die Heiden die ganze jüdische Tora annehmen müssten, sprich den Sabbat halten, sich beschneiden lassen usw.

Und einige kamen herab von Judäa und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht beschneiden lasst nach der Ordnung des Mose, könnt ihr nicht selig werden. (LU; Apostelgeschichte 15,1)

Das Aposteldekret widerspricht dieser Darstellung[4] entschieden und legt den Heiden stattdessen – wie dargestellt ganz in rabbinischer Tradition – eine ‘Tora für alle Völker’ auf.

[…] Wir, die Apostel und Ältesten, eure Brüder, wünschen Heil den Brüdern aus den Heiden in Antiochia und Syrien und Zilizien. Weil wir gehört haben, dass einige von den Unsern, denen wir doch nichts befohlen hatten, euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen verwirrt haben, so haben wir, einmütig versammelt, beschlossen, Männer auszuwählen […] die euch mündlich dasselbe mitteilen werden. Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl! (LU; Apostelgeschichte 15,23-29)

Wir zählen hier also nur vier Gebote die den Heiden, die zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben, auferlegt wurden: Götzenopfer, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.

Viele Exegeten sind sich heute sicher, dass erstens das Verbot von ‘Götzenfleisch’ selbstverständlich auch das Verbot von ‘Götzendienst’ mit einschließt und zweitens, dass ‚vom Blut‘ nicht ein exklusives Speiseverbot wäre (wie das Verbot “Ersticktes” zu sich zu nehmen), sondern ‘Blutschuld’ im allgemeinen meint – sprich ein Doppelgebot von Mord und dem Genuss von Blut im Allgemeinen bedeutet. Tatsächlich ähnelt dieser ‘Tora/ Weisung an die Heiden’ sich mit den erwähnten rabbinischen Traditionen und Antworten jener Zeit.

Ich will nur anreißen, dass vor allem bei den Speisegeboten die Diskussion in den Briefen des neuen Testamentes nicht abreißt und weiter heiß diskutiert wurde und es hier solche und solche gab (Götzenfleisch Essende und Meidenden/ ja sogar ganz auf Fleisch/Blut Verzichtende).

Paulus argumentiert dabei immer wieder, dass die Tora des Mose niemals den Auftrag hatte Menschen zu retten, sondern diese lediglich auf Christus vorzubereiten,[5] trotzdem gelten aber bestimmte Ge- und Verbote als ethische Richtlinen trotzdem verbindlich für alle Menschen: Das fernhalten von Götzenopfer, Blut, Ersticktes und Unzucht (siehe Aposteldekret).

Diese vier Gebote – zusammen mit dem Gebot ‘Gott, seinen Nächsten und sich selbst zu lieben’ – sind sozusagen die neutestamentliche Tora für alle Völker und der Maßstab im kommenden göttlichen Gericht.

Paulus argumentiert hier immer wieder damit, dass allen Menschen das Gesetzt Gottes im Herzen bekannt sei:

Es wurde dir, Mensch, doch schon längst gesagt, was gut ist und wie Gott möchte, dass du leben sollst. Er fordert von euch nichts anderes, als dass ihr euch an das Recht haltet, liebevoll und barmherzig miteinander umgeht und demütig vor Gott euer Leben führt. (Micha 6,8)

Im Römerbrief schlussfolgert er daher:

Denn Gott bevorzugt niemanden. Wenn die, die das geschriebene Gesetz Gottes nicht kannten, sündigen, wird Gott sie dennoch richten. Und wenn die, die das Gesetz kennen, sündigen, wird Gott sie nach dem Gesetz verurteilen. Es reicht also nicht aus, das Gesetz nur zu kennen, um vor Gott anerkannt zu sein. Sondern nur wer so handelt, wie es das Gesetz verlangt, wird in Gottes Augen für gerecht erklärt. Wenn sogar Menschen, die Gottes geschriebenes Gesetz nicht haben, unbewusst so handeln, wie es das Gesetz vorschreibt, so beweist das, dass sie in ihren Herzen Recht von Unrecht unterscheiden können. Durch ihr Verhalten zeigen sie, dass Gottes Gesetz in ihr Herz geschrieben ist, denn ihr eigenes Gewissen und ihre Gedanken klagen sie entweder an oder bestätigen, dass sie das Richtige tun. Und dies alles wird sichtbar an dem Tag, an dem Gott durch Jesus Christus alles richten wird, auch das, was bei den Menschen verborgen ist. Das ist meine Botschaft, die mir Gott gegeben hat. (NL; Römer2,11-16)

Für Paulus scheint es so zu sein, dass Gott eine ‘Tora für alle Völker’ in das Herz jedes Menschen geschrieben hat und dies für ihn auch der Maßstab Gottes beim Endgericht über alle Menschen sei. 

Die Antwort

Kommen wir jetzt also zu der entscheidenden Fragestellung aus der Einleitung: “Gibt es gerechte Heiden?” und “Wird es im Himmel ‘Heiden’ geben?”

Gibt es Brüder und Schwestern in Noah die seiner Tora nachfolgen? JEIN!

Ja, weil es natürlich Millionen Heiden gibt, die dieser inneren Weisung, so gut es geht, folgen und sie verteidigen, dieses ewige, natürliche Recht aufzustellen versuchen und dieser Gerechtigkeit nachjagen.

Nein, weil die ‚Heiden‘ diese Noahtora – so viel man sich auch anstrengen mag – nie voll und ganz erfüllen können. Wieder will ich mit Paulus antworten, der selber – wie dargestellt – mit genau dieser Frage zu ringen schien, seine Antwort war:

Wir haben ja bereits gezeigt, dass alle Menschen – ob sie Juden sind oder nicht – unter der Herrschaft der Sünde stehen. In der Schrift heißt es: »Keiner ist gerecht – nicht ein Einziger. (Römer 3,9f)

Gott sei Dank müssen wir Heidenchristen keine 613 Ge- und Verbote mehr erfüllen, dieses Joch ist uns erspart geblieben! Aber selbst sieben, drei oder nur zwei Ge- und Verbote bekommen wir – seien wir doch mal ehrlich – nicht hin, oder? Der Gerechtigkeit nachjagen können wir Menschen alle, ob nun Juden, Christen, Muslime oder Atheisten, aber hundertprozentig gerecht werden können wir nie, es sei denn irgendjemand nimmt uns unseren ganzen Mist, unsere ganze Schuld und alle unsere Verfehlungen weg! Und genau das bietet uns Jesus Christus an.

Es tut mir leid, diese eingangs gestellt Frage nicht hundertprozentig befriedigend beantworten zu können. Ich kann nur schlussfolgern: der Tora für alle Völker können/müssen wir alle nachjagen, aber hundertprozentig Gerechte werden wir ‘dadurch’ nicht! Wie Gott selbst damit als Richter in der Ewigkeit eines Tages umgehen wird, weiß ich auch nicht, hoffen will ich aber schon auf den einen oder anderen Bruder und die ein oder andere Schwester in Noah.

Schließen möchte ich meine Ausführungen aber mit einem Aufruf Jesu, der ja – wie erwähnt – mit der gleichen Frage konfrontiert wurde. Seine Antwort mag dem einen oder anderen ebenfalls zu unbefriedigend sein, denn er beantwortet die Frage nicht wirklich, gibt der Antwort aber eine neue Richtung und rät uns allen damit nicht zu viel zu theoretisieren, sondern selbst am Ball zu bleiben und alles auf das Ziel selbst zu auszurichten:

Jemand fragte ihn: »Herr, werden nur wenige errettet werden?« Er erwiderte: »Die Tür zum Himmel ist eng. Bemüht (IHR) euch hineinzukommen … (NL; Lukas 13,23ff)

Es geht nicht so sehr darum ob ich nun die ‘Tora Moses’ habe oder (nur) die ‘Tora Noahs’, sondern, dass wir alle dazu aufgerufen sind – ob wir nun ‘Schriftbesitzer’ sind oder nicht -, zu Gott umzukehren!

Erinnerst Du Dich noch an den erwähnten, römischen Hauptmann Kornelius, den die Bibel – obwohl er KEIN Jude war – einen ‘Gerechten’ nennt? Interessanterweise sendet Gott Petrus dennoch auf spektakuläre Weise zu ihm, um ihm die Botschaft von Jesus zu erzählen! Petrus selbst war von diesen Ereignissen so beeindruckt, dass er zu folgenden Überzeugung kam:

Petrus aber tat den Mund auf und sprach: In Wahrheit begreife ich, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern in jeder Nation ist, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, ihm angenehm. Das Wort, das er den Söhnen Israels gesandt hat, indem er Frieden verkündigte durch Jesus Christus – dieser ist aller Herr – kennt ihr; […]. Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen. Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, dass auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war; denn sie hörten sie in Sprachen10 reden und Gott erheben. Dann antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi […]. (Apg10,34-48)

Was also mit den Heiden und den ‘Gerechten’ in den Nationen am jüngsten Tage sein wird, kann ich nicht 100% beantworten, was ich aber 100% weiß ist, dass ich als Christ dennoch zu ihnen gesandt bin um ihnen von Jesus zu erzählen.

Ich finde die ‘Theologie der Noahtora’ höchst interessant und aufschlussreich, aber im Gegensatz zur Praxis im heutigen Judentum dürfen diese Überlegungen nicht dazu führen, unseren Auftrag aufzugeben, die gute Botschaft von Jesus ‘in alle Welt’ zu bringen.

Ich freue mich auf Deine Kommentare und Anmerkungen.


Literatur

  • Marquardt, Friedrich-Wilhelm, Was dürfen wir hoffen, wenn wir hoffen dürften? Eine Eschatologie, Band 1, Gütersloh 1993, S.200ff..
  • Müller, Klaus, Tora für die Völker — Die noachidischen Gebote und Ansätze zu ihrer Rezeption im Christentum (Studien zu Kirche und Israel [SKI] 15), Berlin 21998.
  • Bockmuehl, Markus, The Noachide Commandments and New Testament Ethics. With special reference to Acts 15 and Pauline Halakha, in: RB 102, 1995, 72-101.
  • Flusser, David und Safrai, Shmuel, Das Aposteldekret und die Noachitischen Gebote, in: Wer Tora vermehrt, mehrt Leben: Festgabe für Heinz Kremers zum 60. Geburtstag, Brocke, Edna und Barkenings, Hans-Joachim (Hg.), Neukirchen-Vluyn, 1986, 173-192.

[1] Tosefta sanhedrin 13,2

[2] Im Talmudtraktat Sanhedrin 56a/b werden die folgenden sieben noachidischen Gebote definiert: Verbot von Mord; Verbot von Diebstahl; Verbot von Götzenanbetung; Verbot von Ehebruch; Verbot der Brutalität gegen Tiere; Verbot von Gotteslästerung; Einführung von Gerichten als Ausdruck der Wahrung des Rechtsprinzips

[3] Apg 10,22

[4] vgl. Galater 5,1

[5] Galater 3,24f


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