Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde
Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde (Titelbild von pixabay.com)

Die Herde – ein Bild für die Kirche

Lesedauer ca. 28 Minuten

In diesem Blogbeitrag veröffentliche ich für Dich exklusiv einige Ausschnitte aus einem meiner Bücher. Diesmal aus dem Buch Einfach überirdisch – entdecke was in Deiner Gemeinde steckt. Es geht in dem Buch um 12 biblische Bilder über die Kirche. Heute geht es um die Schafherde.

„Mama, schau mal, ganz viele Wattehunde!“ – so oder so ähnlich könnte ein kleines Kind heutzutage reagieren, wenn es zum ersten Mal eine Schafherde zu Gesicht bekommt. Wenn unsere Kleinen nicht gerade in der Lüneburger Heide, am Norddeutschen Deich oder in anderen Gegenden, in denen man heute noch Schafherden „in freier Wildbahn“ zu sehen bekommt, aufgewachsen sind, gehören diese Tiere für viele fast schon zu den Fabelwesen der Märchenwelt. Einzelne Schafe, und insbesondere ganze Schafherden, sind in unserem industriell geprägten Land sehr selten geworden. Sollte man das Glück besitzen, ihnen bei einer Wanderung im Grünen zu begegnen, dann bleibt man gerne stehen und beobachtet diese schönen und interessanten Tiere. Ganz anders sah es in Israel vor über dreitausend Jahren aus. Die Viehzucht war damals sehr wichtig und bildete die Lebensgrundlage dieses anfänglich noch umherziehenden Volkes.

Welchen Stellenwert die Tiere damals hatten, ist auch daran zu erkennen, dass beispielsweise das hebräische Wort für „Vieh“ (Schafe und Ziegen zählen zum Kleinvieh) lange Zeit ein Synonym für den Besitz im Allgemeinen war. Sprach ein Jude damals also von seinem Vieh, dann konnten damit sowohl seine Schafherden als auch sein Zelt, seine Kleidung usw. gemeint sein. Die Kleinviehzucht und -haltung war also stark mit der Identität Israels verwoben. Selbst als die Israeliten sesshaft wurden und der Ackerbau immer wichtiger wurde, galt jener, der eine große Herde besaß, nach wie vor als ein reicher Mann mit Prestige (vgl. 1. Chronik 27,29-31; 2. Chronik 26,10). Die Schafherden bildeten über lange Zeit gewissermaßen das einzige wirtschaftliche Standbein der Menschen und hatten große Bedeutung für die Gesellschaft.

Aber man hatte viel mehr als nur eine kalte wirtschaftliche Beziehung zu den Tieren, dafür waren sie viel zu wichtig. Man hegte und pflegte und, man könnte sogar sagen, liebte sie. Schafe waren elementar wichtig, denn ging es ihnen schlecht, dann ging es auch ihren Besitzern schlecht. Kurzum: Im Gegensatz zu heute waren Schafe Teil des Lebens der Gesellschaft und nicht aus dem Landschaftsbild und dem Lebensumfeld der Menschen dieser Zeit wegzudenken.

Gott, der Hirte Israels – das Bild im Alten Testament

„Skandal. Wanderprediger aus Nazareth vergleicht Kirche mit Kleinvieh!“ Wir meinen, so oder so ähnlich hätte eine Schlagzeile der Boulevardpresse zu Jesu Lebzeiten aussehen müssen, da wir diesen Vergleich den Nazareners als beleidigend und unpassend empfinden. Doch wir stellen fest, dass sich damals niemand darüber brüskierte. Das hatte vor allem den Grund, dass Jesus dieses Bild nicht einfach aus der Luft griff, sondern mit ihm auf eine gewisse Tradition aus dem Alten Testament aufbaute.

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde_Bibel_01

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Für die meisten von uns sind Schafe zwar niedliche, aber irgendwie auch dumme Tiere, und es gilt als eine Beleidigung, mit einem von ihnen verglichen zu werden. Ganz anders war das in Israel. Man setzte sich ganz selbstverständlich als einzelner mit einem Schaf und als Volk mit einer Schafherde gleich und nannte Gott YAHWEH-ROHI (Gott unser Hirte):

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar (Psalm 23,1-6; LUT).

Auch Gott selbst bediente sich dieser Metapher und beschrieb durch die Propheten auf diese Weise seine Beziehung zu seinem Volk:

Sag den Städten Judas: »Euer Gott kommt! Der Herr, der mächtige Gott, kommt als Sieger und herrscht mit starker Hand. Die Siegesbeute, sein Volk, das er befreit hat, zieht vor ihm her. Er führt sein Volk wie ein guter Hirt, der die Lämmer auf seinen Arm nimmt und an seiner Brust trägt und der die Mutterschafe behutsam leitet« (Jesaja 40,9-11).

Der Hirte Israels war Gott selbst, und darauf war man stolz. Das war Teil der Identität der Juden, wenn man so will. Gott war der Oberhirte, der Erzhirte, jemand, auf den man sich verlassen konnte, jemand der es gut mit einem meinte, der gewissermaßen ein Eigeninteresse daran hatte, dass es dem Volk nicht schlecht ging. Doch nicht nur Gott wurde dieser Ehrentitel des Hirten Israels verliehen, man nannte auch Führer und Könige, die das Volk leiteten, Hirten Israels – von denen es nun gute und schlechte (menschliche) Hirten gab (vgl. Hesekiel 34,7-10). Und Gott fand harte Worte für diejenigen, die es wagten, schlecht mit seinem Eigentum umzugehen! Schließlich sagte er: Ich selbst will jetzt nach meinen Schafen sehen und mich um sie kümmern (Hesekiel 34,11).

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Ich möchte dich bitten, mit mir bei dieser Aussage Gottes, dass er selbst wieder Hirte sein will, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie so etwas wohl aussehen könnte: Stell dir, des besseren Verständnisses wegen, z.B. vor, dass Gott heute sagen würde, dass er selbst Hirte über uns Deutsche sein wolle. Die menschlichen Hirten sollten pausieren, denn Gott selbst übernähme die Herde! Würde Gott dann Bundeskanzler werden? Wie würden seine Herrschaft und Führung aussehen? Wie wäre so etwas organisiert? Was für glorreiche Zeiten müssten das sein! Und stehen diese Tage möglicherweise noch aus? Wie würde es aussehen, wenn Gott selbst zu uns kommen und sich um seine Herde kümmern würde? Wie würde Gott seine Herde leiten? Und durch wen? Oder würde er dabei ganz auf menschliche Unterstützung verzichten? Wie dem auch sei, du wirst mir sicherlich zustimmen, dass es eine wunderbare Zeit wäre, wenn Gott selbst sich seiner Herde annehmen würde.

Der neue Hirte, Jesus – das Bild im Neuen Testament

„Ich selbst will jetzt wieder Hirte sein“: Wie hat Gott sich das gedacht? Wir könnten uns an dieser Stelle in den wildesten Überlegungen und Spekulationen verlieren, doch wir wollen stattdessen etwas anderes tun und einfach im Hesekieltext weiterlesen. Hören wir Gott selbst zu, wie er sich eine solche Führung gedacht hat

Ich setze über meine Herde einen einzigen Hirten ein, der sie auf die Weide führen und für sie sorgen wird: einen Nachkommen Davids, der meinem Diener David gleicht. Er wird ihr Hirt sein und ich, der Herr, werde ihr Gott sein. Der Mann, der meinem Diener David gleicht, soll ihr Fürst sein. Ich habe es gesagt, der Herr, der mächtige Gott […]. Dann werden sie erkennen: Ich, der Herr, ihr Gott, bin bei ihnen und sie, die Leute von Israel, sind mein Volk. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott. Ihr seid meine Herde, für die ich sorge, und ich bin euer Gott. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott (Hesekiel 34,23-31; Hervorhebung durch den Autor).

Gott kündigt seinem Volk also einen neuen, wenn wir so wollen, exklusiven Superhirten an (das wird u.a. durch die Worte „einen einzigen“ sehr deutlich), der ganz anders sein wird als seine gescheiterten Vorgänger. Dieser neue, exklusive Superhirte wird ein treuer und guter Hirte sein, ein Nachkomme Davids, und das Volk Israel wird Gott selbst in ihm erkennen.

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde_Bibel_01

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Doch Gott kündigt seinem Volk durch die alten Propheten nicht nur an, dass dieser neue, exklusive, treue und gute Hirte irgendwann in ferner Zukunft am Tag X kommen wird. Nein, Gott weiht sein Volk weiter in einige sehr genaue und spannende Details ein, die mit dem Erscheinen dieses Superhirten zusammenhängen:

Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir <der> hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her. Darum wird er sie dahingeben bis zur Zeit, da eine Gebärende geboren hat und der Rest seiner Brüder zu den Söhnen Israel zurückkehrt. Und er wird auftreten und <seine Herde> weiden in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden <in Sicherheit> wohnen. Ja, jetzt wird er groß sein bis an die Enden der Erde. Und dieser wird Friede sein (Micha 5,1-4; ELB; Hervorhebung durch den Autor).

Dieser neue Superhirte, der so ganz anders als seine Vorgänger ist, wird, so sagt es uns Gott durch den Propheten Micha, in Bethlehem geboren werden und etwas Übermenschliches haben, denn seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her, und er wird in der Kraft und Hoheit Gottes auftreten!

Diese Fakten waren den frommen Menschen damals bekannt. Und die Ankündigung Gottes hatte einen ganz praktischen Nutzen: Das Volk Israel sollte an diesen Informationen den versprochenen Hirten erkennen. Heute wissen wir: Der versprochene Hirte ist niemand anderes als Jesus, der Fleisch gewordene Gott selbst! Er ist von Ewigkeit her, in Bethlehem geboren, sein Name ist Friedefürst, und er tritt in der Kraft und Hoheit Gottes auf. Jesus stellt sich seinen Zeitgenossen, die alle sehnsüchg auf diesen Hirten warteten, mit genau diesem Anspruch vor

Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen, zu schlachten und ins Verderben zu stürzen. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben zu geben, Leben im Überfluss. Ich bin der gute Hirt. Ein guter Hirt ist bereit, für seine Schafe zu sterben. Einer, dem die Schafe nicht selbst gehören, ist kein richtiger Hirt. Darum lässt er sie im Stich, wenn er den Wolf kommen sieht, und läuft davon. Dann stürzt sich der Wolf auf die Schafe und jagt die Herde auseinander. Wer die Schafe nur gegen Lohn hütet, läuft davon; denn die Schafe sind ihm gleichgültig. Ich bin der gute Hirt. Ich kenne meine Schafe und sie kennen mich, so wie der Vater mich kennt und ich ihn kenne. Ich bin bereit, für sie zu sterben. Ich habe noch andere Schafe, die nicht zu diesem Schafstall gehören; auch die muss ich herbeibringen. Sie werden auf meine Stimme hören, und alle werden in einer Herde unter einem Hirten vereint sein (Johannes 10,10-16; Hervorhebung durch den Autor).

In dieser Textpassage finden wir den Gedanken, dass Gott einen einzigen Hirten über seine Herde einsetzen will, wieder. Jesus bezeichnet sich als dieser eine Hirte, der die neue Herde vereint und sammelt. Er sagt, dass zukünftig zu ihr auch Schafe gezählt werden, die zuvor nicht zu Israel gezählt wurden (vgl. Vers 16))! Damit kündigt er seinen Zeitgenossen an, dass das Heil vielen gehören wird, nämlich all jenen, die Jesus Christus als ihren Herrn und Retter annehmen. Der Apostel Petrus, der etwa drei Jahre mit Jesus unterwegs war und viel von seinem Herrn lernen durfte, schrieb etwas Ähnliches an ehemalige Heiden: Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen (1. Petrus 2,25; ELB).

Jesus ist jener neue, exklusive Superhirte, der dem Volk Israel und uns bereits vor sehr langer Zeit angekündigt worden ist. Er ist der, der uns alle, die wir uns für ihn entschieden haben, zu einer einzigen Herde zusammenfasst (vgl. Römer 10,12-13).

Ein faszinierende Gedanke: Deine eigene Kirchengemeinde repräsentiert einen Teil dieser neuen, geistlichen, globalen Herde, die seit Jahrtausenden durch die Propheten angekündigt worden ist. Wenn Jesus auf deine Gemeinde schaut, dann sieht er eine geistliche Scharfherde, für die er sich selbst als liebevoller Hirte verantwortlich fühlt. Schauen wir in die Welt, können wir nur über diese gewaltige, riesige, neue Herde staunen. Denn wenn wir die verschiedenen christlichen Kirchen zusammenzählen, dann kommen wir ungefähr auf zwei Milliarden Menschen![1]

Doch wenn wir die Kirche einmal gewissermaßen im Dorf lassen, uns in unseren nationalen, regionalen oder lokalen Grenzen bewegen und uns realistisch diesen Zahlen zuwenden, dann kann man hierzulande schon manchmal den Mut verlieren. Denn leider hat nicht jeder, der einer Kirche angehört, Jesus als seinen Hirten angenommen. Der berühmte Arzt und Theologe Albert Schweizer scherzte: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“

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Man halte sich beispielsweise vor Augen, dass 32 Prozent der Mitglieder der katholischen und evangelischen Kirche Deutschlands in einer Studie angaben, überhaupt nicht religiös zu sein, also keine geistliche Beziehung zu Gott zu haben.[2] Schauen wir uns dann noch die Zahlen der tatsächlichen Gottesdienstbesucher dieser Kirchen an und halten uns vor Augen, dass der Anteil der freikirchlichen Christen, bei denen der Prozentsatz an religiösen bis hochreligiösen Christen und auch der tatsächlichen Gottesdienstbesucher traditionell viel höher ist, aber nur bei etwa 2,9 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands liegt[3], dann bekommen wir wahrscheinlich sehr schnell sehr weiche Knie. Und noch viel weicher dürften diese Knie werden, wenn wir uns die demographisch rein rechnerische religiöse Zukunft unseres Landes ansehen.

Der messbare Einfluss der Kirche sinkt. 1970 gehörten noch 94 Prozent aller Westdeutschen einer christlichen Kirche an. Man war Deutscher, wie man eben auch Protestant oder Katholik war. Ein Austritt aus der Kirche, wiewohl ein rein privater Akt, hatte etwas Schändliches. Die Zeiten sind längst vorbei. Nur noch knapp 60 Prozent aller Deutschen gehören heute einer christlichen Kirche an. Selbst Kirchenkreise schätzen, dass 2025 bekennende Christen in Deutschland eine Minderheit sein werden.[4]

Mal ganz ehrlich: Besonders selbstbewusst und stark dürften sich demnach die Christen in Deutschland nicht fühlen, oder? Sämtliche Soziologen und Religionsforscher sagen, dass Deutschland und auch Europa immer religiöser, aber eben nicht unbedingt christlicher werden. Unsere bisher vor allem humanistische, säkulare Gesellschaft verändert sich zurzeit sehr schnell, doch diese Fakten sollten uns nicht einfach nur weiche Knie bekommen und in Angst erstarren lassen, sondern uns auf die Knie bringen und gleichzeitig unsere Füße zu den Menschen hin bewegen, damit noch mehr das Evangelium hören. Jesus kennt die Zahlen und Statistiken sehr genau, er kennt seine Schafe und hat uns daher etwas mit auf den Weg gegeben, dass wir niemals vergessen sollten:

Sei ohne Angst, du kleine Herde! Euer Vater ist entschlossen, euch seine neue Welt zu schenken! Verkauft euren Besitz und schenkt das Geld den Armen! Verschafft euch Geldbeutel, die kein Loch bekommen, und sammelt Reichtümer bei Gott, die euch nicht zwischen den Fingern zerrinnen und nicht von Dieben gestohlen und von Motten zerfressen werden. Denn euer Herz wird immer dort sein, wo ihr eure Schätze habt (Lukas 12,32-34).

Der Text sagt mir ganz persönlich: „Hör auf, über eure Größe zu jammern. Hab keine Angst deswegen. Schau weg von den Zahlen und stattdessen auf deinen Vater im Himmel. Du meinst, dass du nicht viel bewegen kannst? Aber Gott der Vater kann viel bewegen! Gib alles, was du hast, und lege es darüber hinaus im Himmel zu traumhaften Zinsen an!“ Es ist eine zutiefst menschliche Reaktion in Zeiten der Unsicherheit, seine persönlichen Besitztümer und Ersparnisse für sich zu behalten. Wir merken das gerade auch während dieser wirtschaftlichen Krise. Fast alle Kirchen und anderen Organisationen, die auf freiwillige Zuwendungen angewiesen sind, klagen über einen Spendenrückgang. Nun, auch wenn es sicherlich menschlich ist, so zu reagieren, ist es doch nicht besonders geistlich! Jesus sagt uns: „Habe keine Angst, du kleine Herde, und gib alles, was du hast!“

Wie sieht das bei dir aus? Reagierst du menschlich oder geistlich auf schlechte Nachrichten? Bist du ein ängstliches oder trotziges Schäfchen in der Herde Jesu? Hast du dich in deinem Spendenverhalten von negativen Schlagzeilen, Sorgen etc. beeinflussen lassen? Steht das, was du finanziell deiner geistlichen Herde zur Verfügung stellst, in einem gesunden Verhältnis zu deinem persönlichen Konsum?

Ich meine, wir würden gut daran tun, eine Art „geistlichen Trotz“ zu entwickeln und uns eine „Jetzt erst Recht“-Mentalität in schwierigen Zeiten anzugewöhnen. In diesem Sinne darfst auch du „bockig“ sein und dich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Jesus, unser neuer und exklusiver Superhirte, hat uns an keiner Stelle der Bibel versprochen, dass es in seiner Herde immer wie in einem Wellness-Urlaub in der Südsee sein wird. Nein, er sagte uns sogar genau das Gegenteil:

Das muss euch klar sein: Ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe. Seid klug wie die Schlangen und doch ohne Hinterlist wie die Tauben. Nehmt euch in Acht vor den Menschen! Sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen. Auch vor Statthalter und Könige werdet ihr um meinetwillen gestellt werden, um auch vor ihnen, den Vertretern der nichtjüdischen Völker, als Zeugen für mich auszusagen (Matthäus 10,16-18).

Teil der Herde Jesu Christi zu sein, heißt auf der einen Seite zwar, ein neues, himmlisches Zuhause und neue Familienmitglieder (Mitschafe, wenn wir so wollen) gefunden zu haben – wir werden uns diesem Thema besonders noch beim Bild der Familie widmen –, aber auf der anderen Seite bedeutet es auch, Heimat und Zuhause hier auf der Erde ein Stück weit zu verlieren! Ja, die besten Freunde, so sagt uns Jesus, können sogar zu Feinden werden und es plötzlich nicht mehr gut mit uns meinen! Aber Jesus verspricht uns:

Meine Schafe hören auf mich. Ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen das ewige Leben und sie werden niemals umkommen. Niemand kann sie mir aus den Händen reißen, weil niemand sie aus den Händen meines Vaters reißen kann. Er schützt die, die er mir gegeben hat; denn er ist mächtiger als alle (Johannes 10,27-29).

Versorgung durch die Herde

Das Ziel, das jeder natürliche Hirte mit seiner Herde verbindet, ist sicherlich, ganz allgemein ausgedrückt, ein gesundes Wachstum. Eine Herde muss sich für den Hirten lohnen. Sie sollte ihm Wolle, Milch, Fleisch und neuen Nachwuchs bescheren. Wir wollen all diese Dinge unter dem Stichwort Vermehrung zusammenfassen. Hierzu könnten wir uns beispielsweise 1. Mose 1,22 in Erinnerung rufen und den Auftrag Gottes, fruchtbar zu sein, sich zu mehren und die Erde zu füllen, auch als geistlichen Auftrag für seine Herde verstehen. Denn sie soll, das ist der Wunsch Gottes, wachsen; er möchte, dass diejenigen, die noch nicht zu seinem „Schafstall“ gehören, hinzukommen (vgl. Johannes 10,16).

Das Ziel, das ein einzelnes Schaf damit verbindet, in einer Herde zu sein, ist vermutlich allerdings zunächst ein anderes, nämlich genügend Nahrung, Schutz und Fürsorge zu erfahren. Wir wollen diese Dinge unter dem Stichwort Versorgung zusammenfassen. Wenn wir ehrlich sind, dann geht es uns nicht anders – wir wollen vielfach auch zuallererst diese Versorgung, die Segnungen Gottes für seine Kirche, erfahren. Von unserem Hirten erwarten wir dann, so wie wir es im Psalm 23 lesen, dass er uns auf grünen Auen weidet, zu frischem Wasser führt, unsere Seele erquickt, uns den Weg zeigt und uns im finsteren Tal beisteht, dass er uns mit seinem Stecken und Stab beschützt, beim Essen die Rechnung bezahlt und für ein gutes Image bei unseren Feinden sorgt … Wenn eine natürliche Herde all dies erfährt, wird sie sich so wohl fühlen, dass sie ganz von allein viel Wolle, Milch, Fleisch und Nachkommen hervorbringt, und das sogar in einer für sie vielleicht sonst eher ungünstigen Umwelt. Je besser wir also versorgt sind und das auch ausstrahlen, desto stärker werden wir uns vermehren!

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Deine Kirchengemeinde sollte daher ein Ort sein, an dem du diese geistliche Versorgung von deinem Hirten erfährst. Das lateinische Wort für Hirte ist Pastor und wir neigen alle dazu, den berechtigten Versorgungsanspruch eben von genau dieser Person – dem Pastor unserer Kirchengemeinde – einzuklagen. Ein Pastor muss uns demnach versorgen, beschützen, pflegen, persönlich kennen, jeden Tag zu frischen Wassern führen etc. Doch obwohl die Bezeichnung „Hirte“ für den Pastor einer Kirchengemeinde biblisch ist und der Pastor selbstverständlich den Auftrag hat, die geistliche Herde zu hüten, dürfen wir dabei nicht vergessen, dass ein Pastor – und ich bin selber einer, darf an dieser Stelle daher einmal so deutlich werden und es sehr salopp ausdrücken – nichts anderes als bestenfalls ein Leithammel ist. Dein Pastor ist selber ein Schaf! Er ist jemand, der genau wie du der Stimme des Oberhirten folgt. Er kann und soll dich nicht versorgen, beschützen, pflegen, sondern dich stattdessen anleiten und erinnern, diese Versorgung regelmäßig beim Oberhirten Jesus Christus selber zu suchen.[5]

Darf ich dich fragen, von wem du geistliche Versorgung in deiner Kirchengemeinde erwartest? Erwartest du sie von Menschen oder von Gott selbst? Es ist gut, wenn du deinem Pastor vertraust, dich von ihm beraten und segnen lässt und dich ihm gegenüber loyal verhältst, aber abhängig solltest du nicht von ihm sein! Es ist auch gut, menschliche Vorbilder zu haben, aber alle diese Vorbilder müssen sich am Vorbild Jesu messen. Jesus ist dein Hirte, er ist derjenige, der dich beschützen, versorgen, der deiner Einsamkeit begegnen und dich heilen kann. Wende dich in Zeiten der Not an deinen Hirten Jesus; deine Mitschafe (Gemeindemitglieder) und dein Leithammel (Pastor) werden dich hierin sicher gerne unterstützen, aber die Hilfe selbst wirst du nur von Jesus selbst erhalten.

Eine Herde, die einen guten Hirten hat – und den haben wir –, wird sich vermehren. Unser Hirte liebt seine Herde als Ganzes und jedes Schäfchen für sich; und das so sehr, dass er sogar bereit ist, 99 Schafe zurückzulassen, um dieses eine verlorene, kleine Schäfchen wieder zur Herde zurückzubringen (vgl. Matthäus 18,12-14).

Wenn wir die Textstelle im Matthäusevangelium näher untersuchen, stellen wir fest, dass Jesu Bildrede die Antwort auf eine Frage der Jünger war: Diese wollten wissen, wer denn eigentlich der Größte im Himmelreich sei. Jesus erkannte den Hochmut in dieser Frage und belehrte sie über die Größten im Reich Gottes. In vierzehn Versen spricht er über die Kleinsten, die zugleich die Größten sind – er spricht über Kinder!

Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und den Kindern gleich werdet, dann könnt ihr in Gottes neue Welt überhaupt nicht hineinkommen. Wer es auf sich nimmt, vor den Menschen so klein und unbedeutend da zu stehen wie dieses Kind, ist in der neuen Welt Gottes der Größte. Und wer einen solchen Menschen in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf […]. Hütet euch davor, einen dieser kleinen, unbedeutenden Menschen überheblich zu behandeln. Denn ich versichere euch: Ihre Engel haben immer Zugang zu meinem Vater im Himmel! Was meint ihr: Was wird ein Mann tun, der hundert Schafe hat, und eines davon hat sich verlaufen? […] So ist’s auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde (Matthäus 18,3-14; Hervorhebung durch den Autor).

Weniger Verse später bringt es Jesus noch einmal auf den Punkt und wiederholt seine Forderung, als er sagt: Lasst doch die Kinder! Hindert sie nicht, zu mir zu kommen; denn für Menschen wie sie steht Gottes neue Welt offen (Matthäus 19,14).

Tatsächlich war diese Fokussierung Gottes auf die Kinder in der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich, denn Kinder und Teenager spielten in der Welt der Frommen fast keine Rolle! Im Gegenteil, man war der Meinung, dass sie im Gottesdienst sogar stören würden! Auf die Fragen, Bedürfnisse, Sorgen und Nöte von Kindern einzugehen war Aufgabe der Mütter, aber doch nicht die Aufgabe der Gemeinde! Es gab Wichtigeres zu erledigen und wichtigere Leute geistlich zu versorgen.

Wie ist das bei dir persönlich? Wenn du an deine Herde denkst, wen hast du dann auf dem Schirm? Deinen Leithammel (Pastor), deine Mitschafe (Gemeindemitglieder) und die bösen Wölfe (die Welt)? Aber was ist eigentlich mit den Lämmern, sprich unseren Kindern? Jesus ist bereit, 99 Schafe zurückzulassen, um sich dem einen kleinen Schäfchen anzunehmen, auf das sonst niemand achtet. Von diesem sagt Jesus: „Ich will nicht, dass auch nur eines dieser Kleinen verloren geht! Als Pastor musste auch ich erst erkennen, was uns diese Passage im Matthäusevangelium zu sagen hat, und beschämt in unserer Kirchengemeinde den Blick für die Kleinsten unserer Herde schärfen.

Du bist ein Teil der Herde!

Was muss ein Schaf oder eine Herde alles „können“? Was macht eine gute Herde aus? Was muss das einzelne Schaf und was die Gruppe beachten? Albert Einstein beantwortete diese Fragen in einer kurzen, aber brillanten Gleichung: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ Wir schmunzeln über diese unbestechliche Logik des großen Denkers, doch was macht ein Schaf im Wesentlichen aus? Darum soll es uns im Folgenden gehen.

Das meiner Meinung nach Wichtigste haben wir oben gelesen: Eine Herde muss auf ihren Hirten hören. Das setzt aber etwas anderes, etwas Grundlegenderes, voraus, nämlich, den Hirten zu kennen. Eine Herde folgt nicht jeder x-beliebigen Stimme. Die Schafe folgen nur der Stimme, der sie auch vertrauen. Es geht also darum, Jesus zu kennen und seine Stimme auch unter Tausend anderen heraushören zu können. Die Grundlage dafür ist eine Beziehung.

Wenn Jesus sagt, dass seine Schafe seine Stimme erkennen, dann ist dies eine Aussage, die wir nur im Licht der ganzen Bibel in ihrer Tiefe verstehen können. Zur Erinnerung: Gott selbst ist der Hirte! Es bedeutet also auch, dass man Gott den Vater in Jesu Stimme hören kann.

In einer Kirchengemeinde meiner ostfriesischen Heimat war der Pastor einmal sehr froh, als er kurzfristig einen zufällig in der Gegend verweilenden Prediger für sich als Urlaubsvertretung gewinnen konnte. Es war wohl eine Verkettung ungünstiger Umstände, denn an diesem Sonntag war im Grunde keiner der verantwortlichen Leiter der Kirchengemeinde anwesend. Man hatte lediglich den Hausmeister angewiesen, die Kirche zu öffnen und für den gewohnten technischen Ablauf zu sorgen. Der Gottesdienst begann, der Gastredner wurde angekündigt und betrat die Kanzel. Der unbekannte Prediger fing an, seine Predigt zu halten, als plötzlich eine ältere Dame in der Versammlung aufstand, sich ein Gesangbuch schnappte und lautstark anfing, daraus vorzusingen. Der Prediger schien völlig aus dem Konzept gebracht und wirkte plötzlich ziemlich hilflos. Ein Tuscheln im Saal entstand. So kannte man die alte Frau, die seit Jahren zur Kirchengemeinde gehörte, gar nicht. Dass sie diesem jungen, unbekannten Mann gegenüber so unfreundlich und respektlos war, hätte man ihr niemals zugetraut.

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Einige der Anwesenden wollten die ältere Dame beschämt zur Ordnung bitten, als plötzlich der unbekannte Prediger anfing, die ganze Gemeinde zu beschimpfen, und empört den Saal verließ.

„Warum hast du das gemacht?“, wollte man von der älteren Dame wissen.

„Der Prediger redet nicht aus Gott heraus, irgendetwas stimmt nicht mit dem Jungen!“, war die sture und selbstbewusste Antwort der rüstigen, alten Frau.

Zwei Wochen später erreichte den mittlerweile aus dem Urlaub zurückgekehrten Pastor eine warnende Nachricht von den benachbarten Gemeinden aus der Region vor eben genau jenem unbekannten Prediger. Es stellte sich heraus, dass er Geld aus verschiedenen Kirchen gestohlen hatte und mit sehr merkwürdigen Lehrmeinungen aufgefallen war. Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme.“ Die alte Frau konnte diese Stimme Gottes damals nicht in diesem Prediger hören und bewahrte die ganze Kirchengemeinde mit ihrer lautstarken, spontanen Soloeinlage vor größerem Schaden.

Darf ich an dieser Stelle einmal sehr direkt werden und dich fragen, ob du diesen Jesus ganz persönlich kennst? Kennst du Jesus wirklich oder vielleicht doch nur vom Hörensagen? Vertraust du ihm? Kennst und hörst du seine Stimme und sprichst du auch mit ihm? Kannst du seine Stimme aus Menschen heraushören? Ich bin davon überzeugt, dass Gott noch heute regelmäßig zu uns redet; er tut dies auf vielfältige Weise. Ich selbst erlebe sein Reden beispielsweise immer wieder durch das Lesen der Bibel. Nicht umsonst nennt man dieses Buch ja auch lebendiges Buch! Selbstverständlich gibt es Zeiten, in denen mich beim Lesen nicht besonders viel anspricht und es mir schwerfällt, einen gewissen Abschnitt bis zum Ende zu lesen. Aber immer wieder erlebe ich auch das Gegenteil und es ist mir, als würde Gott direkt – und das tut er ja auch – durch den Text in meine Lebensumstände sprechen. Die Bibel ist Gottes Sprachrohr! Voraussetzung ist natürlich, dass du sie aus deinem Regal holst und regelmäßig liest.

Auf der anderen Seite erlebe ich Gottes Reden aber auch auf der emotionalen, gedanklichen Ebene. Gott kann darüber hinaus noch durch viel mehr zu uns reden (wie z.B. durch eine akustische Stimme, Träume, Engel und vieles mehr), aber in meinem Alltag erlebe ich sein Reden vor allem auf diese beiden Arten. Es ist schon häufig vorgekommen, dass ich plötzlich einen Gedanken im Kopf hatte, wie z.B., dass ich mich bei Person XY melden oder für jemand Bestimmten beten soll. Ich habe mir angewöhnt, diesen inneren Impulsen nachzugehen und häufig hat mich Gott durch diese „leise, innere Stimme“ geführt. Der einfachste Weg, um herauszubekommen, ob es sich dabei tatsächlich um Gottes Reden handelt, ist, diesen Gedanken einfach nachzugehen – vorausgesetzt, sie stehen nicht im Widerspruch zur Bibel.

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Fang doch beispielsweise mit der Bitte an, dass Gott dir Menschen zeigt, für die du beten oder die du besuchen sollst. Wenn du dann einen inneren Impuls bekommst, lass dich von ihm leiten. Ich bin davon überzeugt, dass du es mehr und mehr erleben wirst, dass jene Personen dir bestätigen können, dass dein Gebet oder dein Besuch genau richtig waren, und dir dankbar sind, dass du dich hast leiten lassen. Ein weiterer Effekt dieser kleinen Glaubensübung wird sein, dass deine Beziehung zu Jesus Christus gestärkt wird.

Die persönliche Beziehung zwischen der Herde bzw. dem Schaf und dem Hirten ist das Allerwichtigste! Sie ist das eigentliche Fundament, auf dem alles fußt. Deutlich wird dies auch an der Geschichte des Petrus. Er sollte zusammen mit den anderen Aposteln eine sehr wichtige Rolle in der jungen Kirche Jesu spielen, das kündigte Jesus bereits früh an

Du bist Petrus; und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen! Nicht einmal die Macht des Todes wird sie vernichten können. Ich werde dir die Schlüssel zu Gottes neuer Welt geben (Matthäus 16,18).

Wir staunen über diese teils sehr rätselhafte Verheißung und Berufung Gottes, die über dem Leben des einfachen Fischers ausgesprochen wurde. Petrus sollte eine gewaltige Verantwortung tragen. Schon sehr früh zählten ihn viele Christen zusammen mit Jakobus und Johannes zu den Säulen der Kirche in Jerusalem (vgl. Galater 2,9).

Doch was war für Jesus schließlich das Wichtigste, was er von Petrus erwartete? Was für eine Qualifikation war für diese gewaltige Berufung notwendig? Was sollte das Fundament dieser Berufung sein? Durchsetzungsvermögen? Moral? Geradlinigkeit? Disziplin? Sollte er so etwas wie ein Heiliger sein, einen vorbildlichen Lebensstil aufweisen, Kompromisslosigkeit im Umgang mit der Sünde an den Tag legen? Nein, nach all diesen Dingen fragte Jesus nicht. Als er ihm nach der Auferstehung begegnete, fragte er seinen Jünger, den, der ihn verraten hatte: Liebst du mich? (vgl. Johannes 21,15). Daran sehen wir: Die persönliche Liebesbeziehung zu Jesus, dem guten Hirten, ist das Wichtigste und das einzige Fundament eines Christen – oder bleiben wir im Bild: eines guten Schafes!

Kannst du wirklich von Herzen sagen, dass du diesen Jesus von Herzen liebst?

Als Pastor komme ich hin und wieder in den Genuss, mich zusammen mit meiner Frau mit frisch verliebten Menschen zu treffen, um mit ihnen einen Ehevorbereitungskurs durchzuführen. Wir merken immer wieder, dass ein solcher Kurs, in dem meine Frau und ich auch Einblick in unsere Ehe gewähren, wirklich wichtig und notwendig ist. An viele Dinge denken die meisten jungen Paare nicht. Eine Ehe ist nicht immer leicht. Sie ist manchmal auch eine Herausforderung, erst recht, wenn dich der Alltag fest im Griff hat. Wer bringt den Müll weg? Wer kocht heute? Wer geht einkaufen? Wer kümmert sich um die Steuererklärung? Wer redet mit dem Vermieter und, und, und. Es gibt viel zu tun, doch Arbeitsteilung macht keine Ehe aus! Das Fundament der Ehe ist die liebevolle Beziehung zum Partner und nicht die Leistung. Genauso ist es auch zwischen der Herde und dem Hirten: Zuallererst muss das Wichtigste, die Beziehung zueinander, stimmen.

Aber was nützt es einer Herde, ihrem Hirten zu vertrauen und seine Stimme zu kennen, wenn sie ihr nicht folgt?

Es genügt aber nicht, dieses Wort nur anzuhören. Ihr müsst es in die Tat umsetzen, sonst betrügt ihr euch selbst! Wer die Botschaft Gottes nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der in einen Spiegel blickt: Er sieht sich, wie er ist, und betrachtet sich kurz. Aber dann geht er weg – und schon hat er vergessen, wie er aussah. Anders der Mensch, der tief und anhaltend in das vollkommene Gesetz Gottes blickt, das uns frei macht. Er hört nicht nur hin, um es gleich wieder zu vergessen, sondern handelt danach. Freuen darf sich, wer das wirklich tut (Jakobus 1,22-25).

Dem guten Hirten zu folgen, dem Gehörten auch Taten folgen zu lassen, darum geht es. Es ist wichtig, dass eine Kirchengemeinde auch auf diese Dinge Wert legt, aber es gilt dabei etwas Grundlegendes nicht zu vergessen: Jesus, unser guter Hirte, ist Hirte einer Schafherde und keiner Schweineherde! Schweineherden werden im Gegensatz zu Schafherden mit dem Stock angetrieben. Der Hirte läuft hinter seiner Herde, haut kräftig drauf und schreit bis zur Heiserkeit: „Vorwärts, schneller, weiter.“ Jesus hingegen läuft vorne weg, ohne Stock und Steine[6], und ruft freundlich: „Folgt mir nach! Vertraut mir.“ Geistliche Leiterschaft sollte auf dieselbe Art und Weise um diese Dinge werben.

Der Mensch, auch wenn er es nicht gern hört, ist gewissermaßen ein Herdentier. Stichwörter wie Mainstream, Gruppendynamik oder Gruppenzwang greifen diese Tatsache auf. Ein gutes Beispiel für das Herdenverhalten der Menschen ist der Flug in einem Flugzeug. Vielleicht bist du selber schon einmal geflogen und hast es auch getan: dir einen Tomatensaft mit Pfeffer und Salz bestellt (wenn nicht, hast du dieses Verhalten vielleicht bei anderen beobachten können)! Große Fluggesellschaften geben an, dass dieses Getränk auf Flügen am häufigsten bestellt wird. Warum? Es gibt keinen wirklich überzeugenden Grund dafür, als dass man das eben so macht, wenn man fliegt. Irgendjemand muss irgendwann damit angefangen und irgendwer es irgendwann nachgemacht haben, sodass es bis heute ein Herde von Nachahmern gibt, die vermutlich außerhalb eines Flugzeugs niemals Tomatensaft mit Pfeffer und Salz trinken würden. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich auch ein Im-Flugzeug-Tomatensaft-mit-Pfeffer-und-Salz-Trinker bin.

Dieses Beispiel ist eher lustig, aber es gibt auch dramatische und erschreckende Beispiele, wo wir Verhaltensweisen nachäffen oder bestimmten Prinzipien, Ideen, Dingen oder Menschen blind folgen. Jeder läuft irgendetwas oder irgendjemanden nach. Entscheidend ist die Frage, wem!

Vor meinem Theologiestudium bestanden meine Eltern darauf, dass ich eine handwerkliche Ausbildung absolvieren sollte. In meiner Heimat, dem strukturschwachen Ostfriesland, bewarb ich mich daher bei einem großen deutschen Automobilhersteller um einen Ausbildungsplatz als Mechaniker und wurde schließlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ich hätte mich fast auf dem riesigen Betriebsgelände verlaufen und den Weg zur Ausbildungswerkstatt nicht gefunden, wenn ich nicht einen Bekannten an meiner Seite gehabt hätte, der mir den Weg dorthin zumindest grob erklären konnte. Das war ein wirklich beeindruckender Tag, der zugegeben auch etwas sehr Einschüchterndes hatte. Da war zum einen dieses riesige, unbekannte Gelände und zum anderen das Lampenfieber vor dem nahenden Vorstellungsgespräch. Doch alles sollte noch viel schlimmer werden, denn, nachdem ich endlich das richtige Gebäude gefunden hatte, stellte ich fest, dass ich keineswegs als einziger zum Vorstellungsgespräch geladen war! Ich fand mich im Foyer des Hauses mit ca. 100 anderen eingeschüchterten Jugendlichen ein. Alle waren wie ich zwischen 16 und 20 Jahre alt, die meisten kamen ganz frisch von der Schule und wir waren – wie man so schön sagt – alle noch grün hinter den Ohren. 100 ängstliche junge Leute mit Lampenfieber in diesem Foyer. Den meisten ging es so wie mir, der ich niemand anderen kannte. Einige schauten schüchtern auf den Boden, andere versuchten ihre Unsicherheit damit zu überspielen, dass sie die anderen musterten und zufälligen Blickkontakt mit einem coolen Nicken begegneten.

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Predigt über die Scharfherde als Bild für die Kirchengemeinde

Aber uns allen schien eines nicht aufzufallen: Wir standen zwar in diesem Raum, aber waren doch sehr unter uns. Es war weit und breit kein Ansprechpartner vom Ausbildungsbetrieb zu sehen. Einige schauten nervös auf die Uhr und stellten fest, dass sie jetzt eigentlich dran wären. Aber niemand unternahm etwas gegen diese Tatsache, wir standen uns alle wie erstarrt die Beine in den Bauch.

Doch plötzlich durchbrach einer dieses beharrliche Schweigen mit der simplen Frage: „Und wie geht’s jetzt weiter? Werden wir hier abgeholt oder müssen wir selber irgendwo hingehen?“ Hätte dieser mutige Kerl damals nicht diese simple Frage gestellt, dann würden wir dort alle wahrscheinlich immer noch stehen, denn es war in der Tat so, dass wir zwar alle im richtigen Gebäude, aber keineswegs am richtigen Platz waren. Einen Stock über uns wunderten sich zwanzig Mitarbeiter des Hauses darüber, dass nicht einer der Hundert Bewerber zu dem Vorstellungstermin erschienen war. Wir Menschen, ob jung oder alt, sind Herdentiere und verhalten uns oft sehr träge in der Masse. Erst nachdem einer die Leitung in Form jener simplen Frage übernommen hatte, kam Bewegung und Ordnung in die Gruppe. Übrigens darf ich gar nicht bescheiden melden, dass ich derjenige war, der damals tollkühn diese revolutionäre Frage stellte.


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Dieses Beispiel führt uns vor Augen, dass wir Menschen wirklich Herdentiere sind. Wir müssen uns daher nicht nur fragen, wem oder was wir folgen, sondern uns auch immer wieder in Erinnerung bringen, dass uns unser Herdenverhalten kollektiv lähmen kann. Manche frommen Herden scheinen mir in dieser kollektiven Passivität gefangen zu sein. Jeder merkt, dass etwas nicht stimmt, dass die eigene Kirchengemeinde beispielsweise seit Jahren nicht wächst, die jungen Familien die Gemeinde verlassen oder Ähnliches, aber keiner traut sich, etwas zu sagen, man steht sich lieber weiter – so wie wir damals – die Beine in den Bauch. Die Herde Jesu sollte eine Herde sein, in der Bewegung ist, die sich den Problemen und Herausforderungen der Zeit mutig und selbstverständlich stellt und in der der einzelne auch kritisch fragen und auf Missstände hinweisen darf.

Doch kommen wir noch einmal zurück zum wichtigsten Merkmal einer Herde – zur Beziehung. An dem gewaltigen Anspruch und der Ernsthaftigkeit der Nachfolge Christi wird deutlich, wie dringend und zwingend notwendig dieses Beziehungsfundament ist! Man kann eine solche Hingabe nur von jemandem verlangen, zu dem man eine Liebesbeziehung hat. Alles andere wäre grotesk. Christen, die Jesus nicht von Herzen lieben, sind meist ungenießbar (vgl. auch 1. Korinther 13,1).

Wir müssen Jesus lieben. Was also tun wir dafür, dass diese Liebe nicht welkt, sondern wächst? Mit meiner Frau versuche ich immer wieder ganz exklusive Zeit ohne Kinder und auch ohne Freunde zu verbringen. Wir gehen dann zusammen essen, ins Kino oder unternehmen irgendetwas zusammen. Wir nennen das dann „Qualitätszeit“.

Wie viel Qualitätszeit räumen wir Christus ein? Wann hast du dir zum letzten Mal ganz exklusive Zeit für die Beziehungspflege zu Jesus freigehalten? Für die einen ist diese Qualitätszeit mit Gott das Gebet in der Stille, für andere eher das Gegenteil – sie hören lieber laute Anbetungsmusik oder Ähnliches –, wieder andere lesen christliche Bücher oder gehen betend joggen. Die äußere Form mag unterschiedlich sein, doch Folgendes bleibt inhaltlich gleich: Man wendet Zeit auf und spricht mit Jesus (Gebet).

Finde heraus, wie du diese Zeiten am besten gestalten kannst: Bist du eine Leseratte? Dann könnte christliche Literatur ein möglicher Rahmen für deine persönliche Qualitätszeit sein. Hörst du gerne Musik? Liebst du die Natur? Machst du gerne Sport? Sehnst du dich eher nach Ruhe und Stille? Und dann finde eine Form, wie du diese Vorliebe mit deiner Beziehungspflege mit Gott in Verbindung bringen kannst. Ich bin davon überzeugt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, sondern die Herzenseinstellung des Einzelnen das Entscheidende ist.

Weil Jesus seine Liebe zu uns durch seinen Tod bewiesen hat und er wirklich der gute Hirte ist, sollten wir ihn ebenfalls von Herzen lieben und ihm folgen. Das Dritte, was eine gute Herde ausmacht, wird vielleicht überraschen, denn es ist etwas, das ein natürlicher Hirte niemals von seinen Schafen erwarten würde: selbstständig in die weite Welt zu gehen! Dabei gibt es durchaus Gefahren für die Herde:

Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe (Matthäus 7,15; LUT).

Doch Jesus warnt uns überraschenderweise nicht nur vor den Wölfen, er sendet uns zu ihnen (vgl. Matthäus 10,16)! Eine Eigenschaft von natürlichen Schafen, die uns diese Sendung völlig sinnlos erscheinen lässt, ist ihre Unfähigkeit, sich gegen Feinde zu verteidigen. Wir sind oft versucht, ihnen genau diese Eigenschaft als Defizit oder Schwäche auszulegen, da sie unserer menschlichen Natur – die Bibel sagt unserem Fleisch – total widerspricht! Aber diese Eigenschaft gehört nun einmal zu denen eines normalen Schafes, und Jesus erinnert uns als seine Schafe daran:

Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln. Wenn dich jemand auf die Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere Backe hin (Lukas 6,27-29).

Wenn wir beispielsweise an die vielen Christen in moslemischen Ländern denken, die teilweise diskriminiert, verfolgt oder sogar getötet werden, dann beginnen wir zu verstehen, was dieser Text für uns bedeuten kann. Aber bleiben wir zunächst einmal im Bild: Richtige, echte Schafe, die von ihrem Hirten unter die Wölfe geschickt werden, schlagen nicht zurück! Nicht nur, weil sie es nicht wollen, nein, sondern auch, weil es ein Schaf schlichtweg nicht kann – selbst wenn es wollte. Alles, was ein Schaf tun kann, ist, wegzulaufen oder auf Hilfe zu hoffen. Um es salopp zu formulieren: Ein Schaf, das den Wölfen so richtig schön aufs Maul haut und sie das Fürchten lehrt, ist kein richtiges Schaf. So ein Schaf wäre vielmehr Resultat eines missglückten Genversuchs oder ein verkleideter Wolf im Schafspelz, ein Möchtegern-Schaf.

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Schafe kämpfen also nicht gegen Wölfe. Anders gesagt: Wir Christen kämpfen nicht gegen Menschen und unsere Umwelt, unser Feind ist ein anderer (vgl. Epheser 6,12). Diese Eigenschaft, sich nicht zu verteidigen, seine Widersacher nicht zu hassen, sondern sie stattdessen zu lieben – ist wirklich eine Herausforderung für den Menschen. Aber es ist unser Auftrag: Wir sollen unter die Menschen gehen, selbst wenn sie uns aggressiv scheinen wie Wölfe. Warum und wie? Jesus hat uns wieder ein großartiges Beispiel gegeben:

Wir alle waren wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Ihm aber hat der Herr unsere ganze Schuld aufgeladen. Er wurde misshandelt, aber er trug es, ohne zu klagen. Wie ein Lamm, wenn es zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, wenn es geschoren wird, duldete er alles schweigend, ohne zu klagen (Jesaja 53,6-7).

Die Herde Gottes ist dazu aufgerufen, scheinbar völlig schutzlos in diese Welt zu gehen und ihr von der Liebe Jesu die Ohren „vollzublöken“. Mancher mag an dieser Stelle insgeheim denken: „Ja, gesendet sein ist schon in Ordnung, aber bitteschön so unauffällig wie möglich, ja?“ Bist du schon einmal an einer Herde Schafe vorbeigekommen, die in Bewegung war? In Ostfriesland schützen wir unsere Deiche mit diesen Tieren. Wer einmal das Glück gehabt hat, dabei zu sein, wenn der Hirte mit seiner Herde von einem Abschnitt des Deiches zum nächsten zieht und dabei z.B. eine Straße oder ähnliches überquert, der hat live erlebt, wie so eine Herde durchs Land zieht! Nein, „unauffällig“ ist hier definitiv die falsche Beschreibung. Eine solche Aktion ist in der Regel sehr laut! Schon von weit her hört man die Tiere blöken und es riecht in der Regel auch nach Schaf. Als Autofahrer muss man erst einmal anhalten und eine Weile warten, bis man weiterfahren kann. Kurzum, eine Schafherde ist alles andere als unauffällig!

Wir sind nicht dazu berufen, unauffällig zu sein! Gerade in unseren Breiten, in denen man eine Schafherde nicht allzu oft zu Gesicht bekommt, zieht so eine Herde viele Blicke auf sich. Für Jung und Alt ist es nahezu eine Attraktion, eine Herde in Aktion zu sehen. Für manch einen Zeitgenossen ist das Blöken von Schafen allerdings alles andere als Musik in den Ohren. Eine Zeitlang mag es erträglich sein, dann aber geht es den meisten auf die Nerven. So ist es manchmal auch mit der Kirche, wenn sie zu den Menschen geht und den Leuten von Jesus erzählt. Unsere angeschlagenen Töne gehen einigen zu weit und es nervt manche geradezu. Nichtsdestotrotz: Schafe blöken nun einmal, und Christen erzählen den Menschen von Jesus, das ist ganz normal! Wir dürfen nicht aufhören in die Welt zu gehen, um zu „blöken“. Für viele ist dieses Blöken doch schon längst Musik in den Ohren geworden. Wie viele von uns haben durch das Zeugnis eines Christen zu Jesus gefunden! Wir dürfen nicht schweigen und nicht aufhören, zu den Menschen zu gehen!


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[1] siehe Anhang: christliche Kirchen in Zahlen.  [2] Bertelsmann Stiftung, Religions Monitor, S. 80. [3] http://www.evangelikal.de/laender.html. [4] Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/2360231_Leitartikel-Kirche-als-Skandal.html. [5] Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass diese Tatsache einen Pastor trotzdem nicht von seiner geistlichen Verantwortung für die Herde entbindet. Die Realität zeigt es uns sehr deutlich, auch unter den Pastoren gibt es schwarze Scharfe, die ihre Verantwortung der Herde gegenüber nicht wahrnehmen. Die Bibel warnt all jene schwarzen Scharfe und erinnert sie daran, dass sie eines Tages für ihre Tätigkeit vor Gott Rechenschaft ablegen müssen (z.B. Hebräer 13,17b). [6] „Stecken und Stab“ (z.B. in Psalm 23) eines Schafhirten sind zur Verteidigung der Herde gedacht.

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